Regierung trifft Einzelhandel zum Gespräch

Zwei Kilo Hähnchen für 3,99 Euro - Muss das sein?

Aktivisten der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ und der Umweltschutzorganisation Greenpeace stehen mit einem Transparent „Billigfleisch kostet uns die Zukunft“ vor dem Bundeskanzleramt. FOTO: dpa / Michael Kappeler

Berlin. (dpa) Gepökelter Krustenbraten um die Hälfte heruntergesetzt, zwei Kilo Hähnchenschenkel für 3,99 Euro: Im Konkurrenzkampf um die Kunden locken Supermärkte regelmäßig mit Schnäppchenaktionen für Lebensmittel.

Das bringt nicht nur Bauern in Rage, die seit Monaten mit Traktoren protestieren - gegen neue Auflagen und Kosten beim Umwelt- und Tierschutz, aber auch für mehr Wertschätzung für sich und ihre Produkte. Die Bundesregierung hat das Brodeln aufgenommen. Nach dem „Agrargipfel“ sprach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag auch mit dem Handel und platzierte einen mahnenden Appell für Fainess und regionale Produktion. In Preise eingreifen will der Staat nicht.

Was kam bei dem Treffen heraus?

Neue Gesetze seien wie zu erwarten nicht beschlossen worden, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) nach der Runde. Sie nannte aber einige Punkte, mit denen es weitergehen soll. Da ist ein gemeinsames Treffen mit Landwirtschaft und Handel. Supermärkte wollten regionale Angebote ausbauen. In einer „Beschwerdestelle“ sollten Erzeuger Fälle unfairer Praktiken melden können. Denn bisher bekämen Gemüsebauern schon mal morgens ein Fax, dass es statt 30 am Vorabend bestellter Paletten Kopfsalat nur noch 15 sein sollen. Um so etwas zu stoppen, solle eine entsprechende EU-Richtlinie rasch umgesetzt werden, sagte Klöckner. Lieferanten dürften auch nicht monatelang auf Geld warten.

(dpa)
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