Unbegrenztes Einkaufen?

Rheinland-Pfalz: Zahl verkaufsoffener Sonntage eher rückläufig

Verkaufsoffene Sonntage sollen die Verödung kleinerer Innenstädte verhindern. Doch dem Shoppen am Wochenende sind Grenzen gesetzt.FOTO: dpa / Gero Breloer

Koblenz/Mainz. Auf dem Sofa zu Hause per Mausklick shoppen? Den Einzelhandel nervt das. Gerne hält er mit einem Einkaufserlebnis am Sonntag dagegen. Doch die Hürden sind hoch.

Boomender Internethandel, weniger Ladenumsätze: Einzelhandel und Kommunen stemmen sich auch mit verkaufsoffenen Sonntagen gegen diesen Strukturwandel. Die Kasse soll auch mal am siebten Tag in der Woche klingeln – und so die Verödung vieler kleiner Innenstädte bremsen. Doch dem Shopping am Sonntag sind enge rechtliche Grenzen gesetzt. Gewerkschaften und Kirchen sehen es auch in Rheinland-Pfalz kritisch. „Die Tendenz ist eher leicht rückläufig“, bedauert der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Rheinland-Pfalz, Thomas Scherer, mit Blick auf die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage. Insgesamt höchstens mehrere hundert dieser und ähnlicher Angebote pro Jahr dürfte es in Städten im Land geben.

In einem Café in Koblenz sitzt ein Ehepaar. Doris Schulz sagt: „Ich bin selbst angestellte Verkäuferin, ich bin gegen verkaufsoffene Sonntage. Da muss man die ganze Woche durcharbeiten, wenn man nicht den Montag frei hat.“ Ihr Mann Burghard Schulz sieht das genauso, hat aber zumindest Verständnis „für ein paar verkaufsoffene Sonntage an Weihnachten, wenn viele ihre Geschenke kaufen wollen“.

Erst kürzlich hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz mit Blick auf Shopping am Sonntag in Andernach 2 zu 1 für die dagegen klagende Gewerkschaft Verdi entschieden. Die Freigabe von verkaufsoffenen Sonntagen anlässlich einer „Auto- und Freizeitschau“ und der Veranstaltung „Andernach schmeckt“ jeweils 2018 war demnach rechtswidrig. Nur das Shopping am Sonntag beim „Michelsmarkt“ 2018 in der Kleinstadt am Rhein hat das OVG akzeptiert.

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