Wirtschaft in Rheinland-Pfalz sorgt sich wegen Brexit

Thema Brexit sorgt die Wirtschaft im Land

Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz fürchtet die Folgen eines ungeordneten Brexits. Bei der BASF brütet ein Team von 40 Mitarbeitern über diesem Thema. FOTO: dpa / Uwe Anspach

Mainz/Ludwigshafen. Kommt der Brexit und steigt Großbritannien ohne vertragliche Vereinbarungen aus der EU aus? Noch birgt das brisante Thema viele Fragezeichen. Das treibt die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz um.

Nicht nur Großbritannien, auch die rheinland-pfälzische Wirtschaft schaut gebannt auf die weitere Entwicklung rund um den Brexit. Am 15. Januar steht die Abstimmung im britischen Unterhaus über den von Premierministerin Theresa May mit der EU ausgehandelten Vertrag an. Noch ist auch ein ungeregelter Austritt - ein harter Brexit – möglich. Entsprechend herrsche Unsicherheit bei den Unternehmen hierzulande, sagt Frank Panizza, Brexit-Experte der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz und Teil des Brexit-Teams der IHK-Arbeitsgemeinschaft im Land. „Und Unsicherheit ist Gift für Unternehmen“, betont Panizza.

Ein harter Brexit wäre definitiv eine „plötzliche und radikale Änderung“, unter der einige Branchen stark leiden würden, sagt Panizza. Im Warenverkehr zwischen Großbritannien und der EU würden Zollverfahren nötig – ohne ein Freihandelsabkommen zwischen EU und London würden Zölle erhoben. Das brächte finanzielle Belastungen, deutsche Exportwaren würden für britische Kunden unattraktiver.

„Es gibt einen erheblichen Anpassungsdruck für Unternehmen“, sagt Panizza. Einige Betriebe bezögen Vorprodukte aus Großbritannien, Produktionsketten könnten unterbrochen werden. Auch die Zulassung von Produkten sei EU-weit harmonisiert. Bald könnten abweichende Regeln dies- und jenseits des Kanals Mehraufwand bringen. Auch die Entsendung von Mitarbeitern könne sich verkomplizieren.

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