Borkenkäfer, Klimawandel und Co

Wald zwischen Wirtschaft und Wildnis

Manchmal wachsen die Bäume in den Himmel. FOTO: Jennifer Klein

Der Wald hat viele Gesichter: Holzlieferant, schädlingsgeplagte Grünzone, Erholungsraum, Klimaretter – und Arbeitsplatz. Wir waren mit Försterin Sybille Rauchheld unterwegs „im Grünen“.

Der Wald schimmert in allen Schattierungen von Grün. Die Septembersonne sorgt dafür, dass selbst die kahlen Fichten, die Opfer des Borkenkäfers geworden sind, kupferfarben aufleuchten – der Blick zum Himmel offenbart allerdings auch das Ausmaß der Schäden, die der Käfer angerichtet hat.  Mit dem Borkenkäfer ist Sybille Rauchheld  derzeit gezwungenermaßen auf Du und du – so wie alle ihre Kollegen bei Saarforst.  Die Försterin hat vor zwei Monaten als Revierförsterin das Revier Ottweiler übernommen. Und damit rund 1500 Hektar Wald zwischen Neunkirchen und Bexbach.

Ein schöner Laubmischwald sei das, erklärt sie, vor allem mit Buchen, Eichen, Birken, Bergahorn und Fichten. Die Fichtenbestände allerdings werden gerade kräftig dezimiert.  „Das warme, trockene Wetter kommt dem Borkenkäfer sehr entgegen“, sagt Sybille Rauchheld, und zeigt an einem Stück Rinde die Löcher, wo der Käfer sich einbohrt, die kaffeesatzartigen, feinen Krümel, die er dabei produziert, Harztropfen, mit denen der Baum sich gegen den „Angriff“ wehrt. An manchen Stellen ist schon die Rinde am Stamm abgefallen, die Krone kahl und braun. Ein dichter grüner Nadelteppich, den die Fichte abgeworfen hat, bedeckt den Boden. Die rote Markierung am Stamm zeigt an: Dieser Baum muss gefällt werden. „Das ganze Ausmaß der Schäden wird man vermutlich erst im Winter sehen“, sagt Försterin Rauchheld.

Durch die Borkenkäfer-Schäden sei der Wald in einem raschen Wandel, erklärt sie. Dass das Bild des Waldes sich ändert, liegt in der Natur der Sache, allerdings geht dieser Prozess normalerweise eher langsam vor sich. Laubbäume wie Buchen werden im Schnitt rund 165 Jahre alt, bei guten Standort und Lebensbedingungen auch bis zu 300 Jahre. Eichen können 600 Jahre, manche sogar bis zu 1000 Jahre und älter werden.

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