Zehn Jahre danach

Die teure Verstaatlichung der Geisterbank

Die Verstaatlichung der Hypo Real Estate vor zehn Jahren sollte eine noch viel größere Katastrophe verhindern. Eine Insolvenz hätte mutmaßlich einen Flächenbrand mit weiteren Bankpleiten nach sich gezogen. FOTO: dpa / Peter Kneffel

München. Vor zehn Jahren wurde die Immobilienbank HRE verstaatlicht – der größte Schadenfall der Finanzkrise in Deutschland. Die Bürger hat das bislang eine zweistellige Milliardensumme gekostet. Die Schlussrechnung wird wohl noch lange auf sich warten lassen.

Zehn Jahre nach der Zwangsverstaatlichung der Münchner Skandalbank Hypo Real Estate ist kein Ende der finanziellen und juristischen Aufarbeitung in Sicht. Einst ein auf internationaler Bühne agierender Dax-Konzern, führt die HRE mittlerweile ein Schattendasein als staatliche GmbH, die in erster Linie mit dem Führen von Gerichtsprozessen beschäftigt ist: als Klägerin und Beklagte gleichzeitig.

Denn weder die Klagen der HRE gegen frühere Vorstände noch die Klagen ehemaliger Aktionäre gegen die Bank sind bislang entschieden. „Vom Abschluss dieser Klageverfahren hängt ab, wann die HRE als Gesellschaft aufgelöst werden kann“, erklärt das Bundesfinanzministerium auf Anfrage. „Der Geschäftszweck der HRE ist ihr eigener Rückbau.“

Vor zehn Jahren war die HRE nahezu täglich in den Schlagzeilen. Die Immobilienbank war im Zuge der Finanzkrise in eine so gefährliche Schieflage geraten, dass der Bund sich zur Verstaatlichung entschloss, um die ansonsten sichere Pleite zu verhindern. Am 13. Oktober 2009 wurden die letzten widerstrebenden Aktionäre mit einer Zwangsabfindung herausgedrängt, der Bund war damit hundertprozentiger Eigentümer. Die Verstaatlichung sollte eine noch viel größere Katastrophe verhindern. Eine Insolvenz hätte mutmaßlich einen Flächenbrand mit weiteren Bankpleiten nach sich gezogen.

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