Wirtschaftsfaktor Vegetarismus

Pflanzliche Ernährung auf dem Vormarsch

Saarbrücken. () Der Vegetarierbund ProVeg geht von acht Millionen Vegetariern und 1,3 Million Veganern in Deutschland aus. Die Zahl der Menschen, die auf Fleisch bzw. tierische Produkte verzichten, steigt seit Jahren (Quelle: Skopos).

Ein Ende dieses Trends sei nicht in Sicht. Zudem zeigen Aktionen wie der britische „Veganuary“ (ein Wort gebildet aus „vegan“ und „Januar“), dass immer mehr Menschen ihren Fleischkonsum zumindest zeitweise reduzieren möchten.

Ein Grund dafür ist neben Tierwohl auch der Klimaschutz: Laut dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) entstehen bei der Produktion eines Kilo Rindfleischs im Schnitt gut 14 Kilo CO2, bei Schwein und Hähnchen sind es je vier Kilogramm. Der hohe Fleischkonsum – laut Bundesmarktverband für Vieh und Fleisch verzehren Deutsche im Schnitt 60 Kilo pro Jahr – ist zudem mitverantwortlich für die Zerstörung des Regenwalds. Brasilien ist der weltgrößte Exporteur von Rindfleisch. Sowohl für die Weiden als auch die Anbauflächen für Soja werden weite Teile des Regenwaldes am Amazonas gerodet. Nur ein Bruchteil des weltweit produzierten Sojas wird zu Tofu oder anderen veganen Lebensmitteln verarbeitet. Der überwiegende Teil – laut World Wildlife Fund (WWF) satte 80 Prozent – wird als Futtermittel für Nutztiere verwendet.

Fleischersatzprodukte haben derweil Hochkonjunktur: Die Traditionsmarke Rügenwalder Mühle hat den Markt für fleischfreie Alternativen vor sechs Jahren für sich entdeckt und erwirtschaftet damit nach eigenen Angaben inzwischen fast 40 Prozent des Umsatzes. Das bisherige Geschäftsmodell sei nicht mehr zukunftsfähig gewesen, erklärte Firmenchef Godo Röben dazu dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.

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