Gericht der Europäischen Union

Thyssen-Krupp klagt gegen Fusionsverbot mit Tata

Durch den Zusammenschluss zwischen Thyssen-Krupp und Tata Steel wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern entstanden. FOTO: dpa / Marcel Kusch

Essen. Thyssen-Krupp zieht gegen das Nein der EU-Kommission zur Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata Steel vor Gericht. Die Kommission habe den Rahmen des geltenden Wettbewerbsrechts über Gebühr ausgedehnt, begründete Vorstand Donatus Kaufmann am Donnerstag die Klage vor dem Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg.

Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff hatte diesen Schritt bereits angekündigt. Die Essener rechnen aber nicht damit, dass sie auf diesem Weg die Fusion doch noch durchsetzen können.

Die EU-Kommission hatte im Juni den geplanten Zusammenschluss der Stahlsparte von Thyssen-Krupp mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel untersagt, weil sie den Wettbewerb bei bestimmten Stahlsorten für gefährdet hielt. Die Fusion hätte nach ihrer Einschätzung zu steigenden Preisen geführt. Zugeständnisse von Thyssen-Krupp und Tata hatten den Wettbewerbshütern für eine Freigabe des Zusammenschlusses nicht ausgereicht.

Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48 000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden. Thyssen-Krupp wollte damit die Abhängigkeit vom schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet.

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