Überlastete Straßen

Täglich Stau: Luxemburgs Wachstumsschmerzen

Luxemburg. Das Transportministerium hat sich unter der Ägide von François Bausch große Ziele gesetzt. Die überlasteten Straßen Luxemburgs sollen weniger befahren werden – und trotzdem mehr Menschen von A nach B bringen. Die Regierung könnte über ihren eigenen Ehrgeiz stolpern.

Anne-Laure ist eine Verkehrsteilnehmerin, wie der Minister sie sich wünscht. Montags und dienstags fährt sie vom belgischen Arlon mit dem Zug zur Arbeit, die letzten Kilometer vom Bahnhof in Bartringen zu ihrem Büro legt sie mit dem Bus oder E-Scooter zurück. Mittwochs und donnerstags fährt sie mit dem Auto, da die Arbeit früher beginnt und sie keine Lust hat, im Dunkeln auf den Bus zu warten.

Die Dauer der Fahrt? „Zeitlich macht das keinen Unterschied, ich fahre so früh, dass ich am Stau vorbeikomme“, sagt sie. Freitags nutzt Anne-Laure eine Mitfahrgelegenheit. „Das passt am besten“, ergänzt sie. „Dann gehen wir nach der Arbeit meistens mit den Kollegen noch etwas trinken.“

Luxemburgs Wirtschaft brummt wie ein Dieselmotor. Pünktlich ab 7 Uhr morgens rollen tonnenweise bunte Blechkisten über die schwarz geteerten Lebensadern dieses Wachstums. In jeder dieser vierrädrigen Kisten sitzen statistisch laut der „Luxmobil“-Studie des Transportministeriums von 2017 nur 1,2 Menschen. Stau ist in Luxemburg keine Ausnahme, sondern Alltag. Freie Bahn ist nicht in Sicht: Jede Woche kommen 254 Menschen hinzu – und mit ihnen 155 Autos. Die Straßen allerdings lassen sich Zeit beim Wachsen.

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