Arbeiter bangen um ihre Jobs

Zukunft des Kohlekraftwerks Fenne ungewiss

Das Kraftwerk im Völklinger Stadtteil Fenne ist eines von dreien, die Steag im Saarland betreibt. FOTO: Robby Lorenz

Völklingen . Um Investitionen in den Standort zu rechtfertigen, müssten die Rahmenbedinungen stimmen, sagt Betreiber Steag. Die Mitarbeiter bangen um ihre Jobs.

Im Zuge der Energiewende sorgen sich die rund 1000 Beschäftigen an den deutschen Kraftwerks-Standorten der Steag – 400 sind es noch an der Saar – um ihre Arbeitsplätze. „Wir müssen sozial genauso behandelt werden wie die Kollegen in den Braunkohlekraftwerken“, forderte Bernd Hagemeier, Betriebsratsvorsitzender des Essener Energiekonzerns, anlässlich einer Steag-Betriebsrätekonferenz in Völklingen. „Wir brauchen ein Anpassungsgeld Steinkohle“, sagte er. Durch den geplanten Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2038, die irgendwann auch die Steag-Kraftwerke treffen wird, seien Kündigungen nicht auszuschließen.
Zu einem sofortigen Rausschmiss von vielen hundert Mitarbeitern würde es unvermeidbar kommen, wenn Kohlekraftwerke ohne Entschädigung geschlossen werden dürften. Solche in Berlin erhobenen Forderungen seien nicht nur ein brutaler Eingriff in das Eigentumsrecht, sondern auch ein Schlag in das Gesicht der Beschäftigten. „Wer denkt sich überhaupt so etwas unsoziales aus?“, fragte Hagemeier. Die Steag habe immer zu ihrer sozialpolitischen Verantwortung gestanden. Das erwarte er auch von der Politik.

„Auch den Klimaschutz haben wir stets im Auge gehabt“, erinnerte der Vorsitzende der Steag-Geschäftsführung, Joachim Rumstadt, auf der Tagung. So sei der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) in den Steag-Kraftwerken von 1990 bis heute um 75 Prozent reduziert worden. Rumstadt kündigte zudem an, dass der Konzern an der Saar mehrere Gaskraftwerke bauen will. Diese könnten die Stromversorgung der saarländischen Industrie auch dann noch sicherstellen, wenn die Steag-Kohlekraftwerke in Völklingen-Fenne, Göttelborn und Bexbach aufgrund des geplanten Kohleausstiegs irgendwann stillgelegt werden müssen. Pro Gaskraftwerk würden damit bis zu 500 Millionen Euro an Investitionen ins Land fließen. Sie sind sowohl für die Erzeugung von Strom als auch von Fernwärme geeignet.

„Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, betonte Rumstadt. Im Strombereich müsse sichergestellt werden, dass in Zukunft derjenige Anbieter belohnt wird, der die Versorgungssicherheit mit elektrischer Energie gewährleisten kann. „Strom stets verlässlich und zu bezahlbaren Preisen liefern zu können, muss für ein Industrieland wie Deutschland das zentrale Anliegen sein“, sagte er. Derzeit haben noch Wind- und Sonnenstrom Vorrang vor konventionell erzeugter Energie. „Dass muss sich ändern.“

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