Kinderspiel

Spielwarenbranche entdeckt die Nachhaltigkeit

Tea und Louis spielen am Rande der Pressekonferenz zur 71. Spielwarenmesse in Nürnberg. Die weltweit größte Messe dieser Art (29. Januar bis 2. Februar 2020) hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. FOTO: dpa / Daniel Karmann

Nürnberg. Spielsachen können sehr kurzlebig sein. Sie gehen schnell kaputt oder werden den Kindern langweilig. Jetzt will die Branche nachhaltiger werden.

Für unsere Kinder wollen wir nur das Beste. Doch wenn es um Spielsachen geht, vergessen Eltern und Großeltern mitunter alle guten Vorsätze. „Wenn man Spielzeug kauft, möchte man das Leuchten in den Augen der Kinder sehen“, sagt der Marktforscher Axel Dammler. Mehr als drei Milliarden Euro geben die Deutschen jährlich für Spielzeug aus, Tendenz steigend. Und damit produzieren sie eine Menge Müll – nicht nur wegen der Verpackungen. Denn viele Spielsachen haben sich schnell ausgespielt.

Kurzlebige Trends und viel, viel Plastik – bei der Nachhaltigkeit gehört die Spielzeugbranche nicht zu den Vorreitern. Doch inzwischen gibt es ein Umdenken. Die weltweitgrößte Spielwarenmesse in Nürnberg hat Nachhaltigkeit als einen der großen Trends des Jahres ausgerufen. Unter dem Motto „Toys for future“ – angelehnt an die Klimabewegung „Fridays for future“ – zeigen Hersteller vom 29. Januar bis 2. Februar Produkte, die aus Öko-Materialien sind oder mehr Umweltbewusstsein vermitteln sollen. „Das ist ein Gesellschaftsthema. Keine Industriegruppe kann sich dagegen wehren, in die Nachhaltigkeit zu investieren“, sagte Messechef Ernst Kick, als er am Donnerstag die Schwerpunkte der internationalen Schau vorstellte.

Der Münchner Marktforscher Axel Dammler ist einer von zwölf Experten, die für die Spielwarenmesse die neusten Trends identifizieren. „Kann ich weiterhin Plastik benutzen? Wie verpacke ich meine Waren? Diese Fragen bewegen die Branche“, sagt Dammler. Antworten zu finden, sei jedoch nicht leicht. Ein Großteil der Spielsachen sei aus Plastik gefertigt, das sich nicht einfach durch Holz oder andere nachwachsende Rohstoffe ersetzen lasse. „Das Plastik ist nicht von heute auf morgen wegzudenken.“

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