Traditionsweingut Herber in Perl 100 Jahre alt

Leidenschaft schon in der fünften Generation

Perl. Das Weingut Herber in Perl  besteht seit 100 Jahren. Grauburgunder und Auxerrois sind bei den Käufern besonders gefragt.

Der Jahrgang 2019 könnte wieder ein Guter werden. „Es kommt jetzt sehr auf die weitere Witterung an. Wir brauchen noch ein bisschen Regen. Die Prognose sieht aus meiner Sicht jedenfalls positiv aus“, sagt Matthias Herber (39). Die längere Wärmeperiode mit Hitzephasen habe den Reifeprozess der Trauben vorangetrieben. Wenn alles weiter gut läuft, soll Ende September die Weinlese sein.

Grund zum Feiern hat die Familie Herber jetzt schon. Nach dem Jahrgang 2018, den Helmut Herber (64) als den besten bezeichnet, den das Traditions-Weingut an der Obermosel jemals in seiner Geschichte hervorgebracht hat, wird gerade das 100 jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert, das die Familie mittlerweile in der fünften Generation betreibt. Passend zum großen Jubiläum hat Ökonomierat Helmut Herber, der auch 25 Jahre ehrenamtlich als Präsident an der Spitze des Saarländischen Winzerverbandes stand, die Verantwortung für das renommierte Weingut an seinen Sohn Matthias übergeben. Der ist sich als gelernter Winzer durchaus darüber bewusst, auf was er sich einlässt. „Ich weiß, was mein Vater geleistet und aufgebaut hat. Ich selbst wollte auch von Anfang an Winzer werden, habe nach meiner Ausbildung seit 1999 im Betrieb mitgeholfen, bin nach und nach reingewachsen.  Das Schöne dabei ist jetzt, dass ich mich auch weiter auf meinen Vater verlassen kann. Ich kann ihn jederzeit fragen. Und ich weiß, dass er zu 100 Prozent hinter mir steht.“

An der Philosophie des Weingutes werde er nichts ändern. „Wir wollen weiterhin hochwertige Weine produzieren und dabei auch den ökologischen Aspekt berücksichtigen. Ich versuche schon, nachhaltig zu arbeiten,“ sagt Matthias Herber. Ansonten gelte wie bisher: Qualität vor Menge, herangereift in einer Umgebung, in der Europa so spürbar wird wie wohl an kaum einer anderen Stelle. Aus den Weinbergen der Familie heraus, die elf Hektar Fläche umfassen, blickt man vom Hammelsberg direkt auf Frankreich und Luxemburg in unmittelbarer Nachbarschaft.

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