Schrumpfkurs

Opel übergibt Werksteile an Dienstleister

Auf dem Werksgelände des Stammsitzes in Rüsselsheim werden neue Zäune gezogen, Schranken aufgebaut und Abteilungen aufgespalten. Hunderte Mitarbeiter müssen im Zuge des Schrumpfkurses umziehen. FOTO: dpa / Arne Dedert

Rüsselsheim. Der Schrumpfkurs beim Autobauer Opel geht weiter. Am Freitag wechselten wichtige Teile des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums in neue Hände. Viele Beschäftigte wollen das nicht mitmachen.

Es ist eine Operation am offenen Herzen des Autobauers Opel. Auf dem Werksgelände des Stammsitzes in Rüsselsheim werden neue Zäune gezogen, Schranken aufgebaut und Abteilungen aufgespalten. Hunderte Mitarbeiter müssen umziehen. Grund ist die Abtrennung wesentlicher Betriebsteile, die an den Ingenieursdienstleister Segula übergehen. Am Freitag ist der Abschluss des bereits vor einem Jahr verabredeten Geschäfts, das Opel-Chef Michael Lohscheller seinerzeit als „großen Deal“ bezeichnet hat, vollzogen worden.

Nach der Übernahme durch den Peugeot-Mutterkonzern PSA im August 2017 wurde schnell klar, dass das Opel-Entwicklungszentrum eine deutlich zu große Mannschaft an Bord hatte. Die Aufträge des alten Mutterkonzerns General Motors (GM) liefen nach und nach aus, neue kamen nicht im gleichen Umfang hinzu, schließlich verfügte der PSA-Konzern selbst über eine eigene schlagkräftige Entwicklung.

Nur wegen der Synergien unter anderem beim Entwurf neuer Modelle ergab die Übernahme für PSA überhaupt einen Sinn – die neue Tochter Opel berichtete schon im Sommer 2018, dass die Entwicklungskosten für neue Autos jeweils um bis zu 50 Prozent gesunken seien im Vergleich zum Vorgängermodell. Die neue Mutter hatte die unter GM lang vermisste umfassende Elektrostrategie praktischerweise auch noch im Gepäck. Opel fährt seit dem vergangenen Jahr auch wegen der harten Sparmaßnahmen wieder operative Gewinne ein.

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