Kommentar ZF

Es muss nicht so kommen

Volker Meyer zu Tittingdorf FOTO: SZ / Robby Lorenz

Es wäre ein schwerer Schlag, wenn wie befürchtet bei ZF in Saarbrücken an die 2000 Stellen verloren gehen sollten. Die Gefahr ist real, weil das Szenario, das der Belegschaft vorgestellt wurde, realistisch ist.

Die Mitarbeiter machen sich also mit Recht große Sorgen. Doch muss es nicht so kommen. Wenn das neue Hybridgetriebe ein Schlager auf dem Markt wird und die gegenwärtigen Handelskriege wieder abebben, kann sich die Lage wieder deutlich entspannen. Und es stimmt: Szenarien sind keine Pläne. Der Jobabbau ist keine beschlossene Sache. So sehr die Arbeitnehmer angesichts der bedrohlichen Szenarien auch eine dauerhafte Arbeitsplatzgarantie fordern, ZF kann sie nicht geben. Denn niemand weiß derzeit, wie die politische und wirtschaftliche Großwetterlage 2023 aussehen noch wie der Umbruch der Auto-Mobilität ausgehen wird.

Doch ZF sollte sich auch nicht auf die Position zurückziehen, dass alles unsicher ist. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass der Stellenabbau gänzlich ausbleibt. ZF hat ja im Ausland große Kapazitäten für die Getriebefertigung aufgebaut und baut sie weiter aus. Fazit: Beide Seiten müssen mehr und offener miteinander über die Zukunftsszenarien reden.

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