Großer Firmenverkauf

Eine Milliarde Euro für Saarlouiser Inexio

Beim Glasfaserausbau in Deutschland will Inexio eine wachsende Rolle spielen. FOTO: dpa / Carsten Rehder

Saarlouis. Der schwedische Investor EQT steigt groß beim Saarlouiser Glasfaserunternehmen Inexio ein. Die neuen Partner haben viel vor.

Es ist der wohl größte Firmenverkauf in der Geschichte des Saarlandes. Das Saarlouiser Glasfaser- und Telekommunikationsunternehmen Inexio wird von der schwedischen Investmentgesellschaft EQT übernommen. Das gaben Inexio selbst, der neue Investor EQT sowie der bisherige Mehrheitseigner Warburg Pincus und der Minderheitsaktionär Deutsche Beteiligungs AG am Wochenende bekannt. Der Kaufpreis soll nach Informationen unserer Zeitung bei rund einer Milliarde Euro liegen. Innerhalb von gerade mal zwölf Jahren seit der Gründung hat es Inexio damit beim Firmenwert von null auf eine Milliarde Euro gebracht.

Die Wagniskapitalgesellschaft Warburg Pincus war seit 2016 bei Inexio engagiert und hatte das rasante Wachstum des Unternehmens begleitet. Inexio suchte aber seit einiger Zeit einen noch finanzstärkeren Partner, der das Eigenkapital um 400 bis 500 Millionen Euro aufstockt, um die ambitionierten Ziele des Saarlouiser Unternehmens zu erreichen. Firmenchef David Zimmer und seine Geschäftsführungskollegen Christoph Staudt und Martin Balzer haben sich vorgenommen, bis zum Jahr 2030 eine Million Kunden mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, und dabei fünf Milliarden Euro zu verbauen. Zurzeit hat das Unternehmen etwa 120 000 Kunden. Auch die Zahl der Mitarbeiter soll wachsen – von heute 380 auf 1500 in einigen Jahren. Um sie unterzubringen, sollen für 70 bis 80 Millionen Euro neue Firmengebäude in Saarlouis entstehen.

„EQT ist mein Wunschpartner“, sagt der 46-jährige Inexio-Chef. Ein Grund dafür: Dieser Investor sei langfristig orientiert und „keine Heuschrecke“, die höchstens zwei Jahre dabei sein und schnelles Geld machen will. Die meisten Engagements liefen in der Vergangenheit nach EQT-Daten zwischen vier und acht Jahren, zum Teil auch länger. Ein weiterer Grund ist die Erfahrung auf dem Gebiet der Glasfaser-Infrastruktur in Europa. Das Unternehmen hat zum Beispiel Anbieter wie Delta Fiber aus den Niederlanden und Global Connect aus Dänemark im Portfolio. Nicht zuletzt spielt für Zimmer die Finanzkraft von EQT eine Rolle. Der neue Eigentümer „hat tiefe Taschen“, sagt er. Und das sei wichtig, um die Wachstumspläne umzusetzen. Allein der EQT-Infrastrukturfonds, der den Kauf tätigt, hat ein Volumen von neun Milliarden Euro. Insgesamt verwaltet der Investment-Riese nach eigenen Angaben 40 Milliarden Euro an Vermögen in 19 Fonds.

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