Internationale Automobil-Ausstellung

Das neue Gewand des Saarlandes auf der IAA

Das Konzept des Saarland-Standes: In Frankfurt soll dort jeweils ein Wagen des Herstellers Isdera und des Tuners Carlsson zu sehen sein. FOTO: IAA Saaris

Saarbrücken/Frankfurt. Am 10. September beginnt die Internationale Automobil-Ausstellung. Die Saar-Firmen wollen mit einer veränderten Strategie ins Rennen gehen.

Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt ist für das Saarland traditionell ein wichtiger Termin. Das zeigen allein die Kennzahlen der Branche: Rund 44 000 Menschen arbeiten laut der Standortfördergesellschaft Saaris hierzulande in der Automobilindustrie. Die 260 ansässigen Betriebe erwirtschafteten einen jährlichen Umsatz von 17 Milliarden Euro. „Gemessen an der Bevölkerung sind wir das Bundesland mit dem höchsten Anteil von Menschen, die in der Autoindustrie arbeiten“, sagt Stephan Schweitzer, einer der beiden Geschäftsführer von Saaris. „Daher müssen wir auf der IAA Flagge zeigen.“

In diesem Jahr will das Saarland mit einer neuen Strategie an den Start gehen. Gab es in den vergangenen Jahren einen großen Gemeinschaftsstand, an dem Autohersteller und Zulieferer über die gesamte zwölftägige Messezeit präsent waren, setzen die Verantwortlichen jetzt auf eine kleinere Ausstellungsfläche, bei der die meisten Unternehmen nur zeitweise direkt vor Ort sind. „Unsere Präsenz muss sich ändern“, erklärt der zweite Saaris-Geschäftsführer Christoph Lang. Ein permanenter Auftritt auf der IAA sei speziell für kleinere Betriebe wirtschaftlich kaum rentabel. „Für die Unternehmen bedeutet das ja nicht nur Standgebühren, sondern auch einen hohen Personalaufwand“, ergänzt Schweitzer.

Neben den geringeren Kosten für die Firmen bietet das neue Konzept laut Saaris weitere Vorteile. „So können wir die Vielfalt des Automobilstandorts Saarland viel besser zeigen“, sagt Schweitzer. Dadurch könne ein stärkerer Fokus auf kleine und mittelständische Betriebe, aber auch auf Forschungsprojekte der saarländischen Hochschulen gelegt werden. „Das ist ja gerade unser Alleinstellungsmerkmal: Wir haben im Saarland nicht nur einen Produktionsstandort, sondern auch einen starken Zulieferer-Mittelstand und eine große IT-Kompetenz“, erklärt Lang. Die digitalen Forschungsschwerpunkte an der Saar-Uni, der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), aber auch von Instituten wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) oder dem Cispa Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit würden für die Autoindustrie zunehmend wichtiger. „Nicht nur die Produkte werden immer digitaler, sondern auch die Produktionsweise“, sagt Schweitzer.

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