Tarifrunde im ÖPNV

Der Busfahrerstreik im Saarland eskaliert

Die Fronten zwischen den Streikenden und den Verkehrsbetrieben sind verhärtet. FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Die Busfahrer im Saarland haben für einen unbefristeten Streik gestimmt. Viele Busse bleiben also weiterhin in ihren Depots.

Der Streik der Busfahrer der vier kommunalen Verkehrsbetriebe im Saarland geht auch am heutigen Donnerstag weiter, und ein Ende ist zunächst nicht in Sicht. Wie die Gewerkschaft Verdi gestern Nachmittag mitteilte, stimmten bei einer Urabstimmung 99,6 Prozent der Befragten für den unbefristeten Streik. Unklar ist noch, ob die Gewerkschaft auf ein Schlichtungsangebot der Arbeitgeber eingeht.

Vor der Geschäftsstelle des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Saar (KAV) in Saarbrücken herrscht am Mittwochmittag ohrenbetäubender Lärm. Draußen haben sich einige Streikende in den Verdi-typischen weiß-roten Jäckchen versammelt und pusten kräftig in die Trillerpfeifen. Das Angebot der Arbeitgeberseite nennen sie „eine Mogelpackung“. Drinnen bewertet KAV-Geschäftsführerin Barbara Beckmann-Roh die Erwartung der Arbeitnehmerseite als „nicht erfüllbare Maximalforderung“. Die Gewerkschaft lege die „Brechstange an die Existenz der kommunalen Verkehrsbetriebe“ an, sagt sie. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man eine Lohnerhöhung von 18 Prozent anbietet.“

Die Fronten sind verhärtet: Die Gewerkschaft fordert ein Entgeltplus von 427 Euro, was einer Steigerung von 18 Prozent entspräche. Uneinig sind sich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, wie schnell die Löhne auf dieses Niveau steigen. Während der Kommunale Arbeitgeberverband Saar (KAV) eine Umsetzung innerhalb von fünf Jahren anbietet, ein Plus von 3,6 Prozent pro Jahr, will sich die Gewerkschaft nur auf zweieinhalb Jahre einlassen, was einem Plus von 7,2 Prozent pro Jahr entspräche. Keine der Parteien weicht von ihrer Position ab.

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