Cent-Stücke abgeschafft

Das kleine Wechselgeld wird den Belgiern zu teuer

Kleinvieh macht auch Mist, heißt es ja. Aber die kleinen Münzen verstopfen meist doch nur unnötig den Geldbeutel. FOTO: dpa / Karlheinz Schindler

Brüssel. Wenn die Belgier an diesem Montag ihr Baguette kaufen, hat sich etwas verändert. An der Kasse wird ihre Brötchen-Rechnung auf 5- oder 10-Cent-Beträge auf- oder abgerundet. Ab sofort müssen das alle Händler per Gesetz so machen.

Denn Belgien hat die Ein- und Zwei-Centmünzen abgeschafft. Die Nationalbank des Landes prägt die kleinen Kupferstücke ab sofort nicht mehr. Die Regel gilt nicht pro Produkt, nur bei der Endsumme. Und die Händler sind verpflichtet, die Mini-Münzen weiter anzunehmen.

Was steckt dahinter? Vermutlich erfüllt die Regierung einen Wunsch des Handels. In Zeiten der Niedrigzinspolitik müssen Kaufleute locker 50 Cent pro Rolle Wechselgeld zahlen. Bei Zwei-Euro-Stücken ist der Aufpreis verschmerzbar, bei den kleinen Kupfermünzen wird es ärgerlich teuer.

Die Belgier nehmen gelassen, dass das kleinste Kleingeld verschwindet. Womöglich wird allerdings das Barzahlen wieder beliebter. Bei der Kartenzahlung wird nämlich weiterhin centscharf abgerechnet.

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