Millionen-Entschädigung für Fessenheim

Frankreich bleibt Atomkraft-Land

Der Bau des neuen Reaktors in Flamanville soll 12,4 Milliarden Euro kosten – fast vier Mal so viel wie ursprünglich geplant. FOTO: picture alliance / ZUMAPRESS.com / dpa Picture-Alliance / Rob Arnold

Paris. Die Probleme in den Kraftwerken häufen sich, doch die Regierung hält daran fest. Auch das Werk in Cattenom wird nicht vor 2035 vom Netz gehen.

Die französische Atombranche ist schwere Zeiten gewohnt. Doch in diesen Tagen dringen ungewöhnlich viele schlechte Nachrichten aus der Firmenzentrale des Energieriesen EDF (Electricité de France) an die Öffentlichkeit. Eines der größten Probleme des Unternehmens befindet sich im Norden des Landes, in Flamanville am Ärmelkanal. Dort entsteht ein Druckwasserreaktor vom Typ EPR, doch seit dem Baubeginn 2007 kommt das Projekt nicht aus den Schlagzeilen. Nun wurde bekannt, dass sich die Baukosten noch einmal um weitere 1,5 Milliarden Euro erhöhen werden. Die Gesamtkosten werden nun auf 12,4 Milliarden Euro geschätzt – fast vier Mal so viel wie ursprünglich veranschlagt.

Die staatlich dominierte EDF macht notwendige Reparaturarbeiten für die Kostenexplosion verantwortlich. Der Grund für die Nacharbeiten sind „erhebliche Löcher“ an den Schweißnähten im Betonmantel, der bei einem Störfall den Austritt von Radioaktivität verhindern soll. Zuvor war bekannt geworden, dass sich die Inbetriebnahme des Reaktors um weitere drei Jahre verzögert. Er kann nun frühestens Ende 2022 ans Netz gehen, zehn Jahre nach dem ursprünglich geplanten Start.

Schlechte Nachrichten kommen auch von der anderen Seite des Ärmelkanals. Dort ist die EDF am Bau des britischen Atomkraftwerkes Hinkley Point C beteiligt. Offensichtlich hängen die Arbeiten an beiden Blöcken rund ein Jahr hinter dem Zeitplan. Zudem werden sich die Kosten wohl auf rund 24 Milliarden Euro belaufen – etwa drei Milliarden mehr, als anfänglich angepeilt.

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