Konjunkturprogramm

Das wurde aus der Abwrackprämie

Wer sein Auto 2009 verschrotten ließ, konnte 2500 Euro Abwrackpramie für einen Neuwagenkauf einstreichen. FOTO: dpa / A3913 David Ebener

Berlin. Die vor zehn Jahren eingeführte Abwrackprämie hatte nicht den erhofften Effekt. Die aktuellen Umweltprämien funktionieren ganz anders.

Das Angebot war verlockend: 2500 Euro für ein altes Auto – egal welches Modell, egal ob Diesel oder Benziner und egal in welcher Stadt. Im Januar 2009 führte die Bundesregierung die sogenannte Abwrackprämie ein. Mit den heutigen Anreizen für den Kauf neuer Diesel- und Elektrofahrzeuge hat sie allerdings nur wenig gemein.

Die Abwrackprämie war Teil des Konjunkturpakets II, das die Auswirkungen der durch die Immobilienblase in den USA provozierte Finanz- und Wirtschaftskrise abmildern sollte. Einzige Voraussetzung: Das alte Auto musste neun Jahre alt sein, und dafür musste ein Neuwagen angeschafft und im gleichen Jahr zugelassen werden. Die Idee war auf den ersten Blick ein voller Erfolg. Der Fördertopf musste im Verlauf aufgestockt werden. 1,57 Millionen Neufahrzeuge und 363 000 Jahreswagen wurden gekauft. Zusammen mit veränderten Regelungen zur Kurzarbeit half sie den Autobauern erst einmal durch die Krise. Rund 200 000 Menschen wurden laut der Gewerkschaft IG Metall vor Kurzarbeit und dem Verlust ihres Arbeitsplatzes bewahrt.

Doch die Euphorie währte nur kurz: 2010 verbuchte man in Deutschland den schlechtesten Autoabsatz seit der Wiedervereinigung. Nur die hohen Verkaufszahlen im Ausland retteten den Autobauern die Bilanzen. „Es war falsch, weil Geld verbrannt worden ist“, urteilt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen heute. „Der Markt wurde geschädigt, denn Kaufentscheidungen wurden nur vorgezogen.“

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