Tony Rinaudo

Der unermüdliche Waldmacher

Tony Rinaudo. FOTO: dpa / Britta Pedersen

Berlin. Wenn Tony Rinaudo ein Pessimist wäre, gäbe es heute viele Millionen Bäume weniger. „Scheitern ist für mich nur die Aufforderung, nach einem anderen Weg zu suchen“, sagt der 61-jährige Australier.

Gerade hat er den Alternativen Nobelpreis erhalten für seine Methode, in der Sahel-Region ausgetrocknete Böden natürlich zu begrünen und aufzuforsten.

Angefangen als „Waldmacher“ hatte Rinaudo in den 80er Jahren in Niger, einem der ärmsten Länder der Erde. Dort sollte er für ein Missionsprojekt junge Bäume pflanzen. Die Masse davon ging schnell wieder ein – ein häufiges Problem bei Forstprogrammen. „Ich schaute in alle Richtungen, und es gab nur karges Land, und ich wusste, dass es Zeitverschwendung ist, Bäume zu pflanzen“, erzählt der Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Vision bei einem Besuch in Berlin.

Dann fielen ihm Pflanzen auf, die wie kleine Büsche aussahen. „Doch es waren keine Büsche, sondern Triebe von Bäumen, die abgeholzt worden waren und deren Wurzeln im kargen Boden weiterlebten.“ Da kam ihm die Idee: mit Hilfe des Wegschneidens der Masse der Triebe aus den restlichen starken Zweigen neue Bäume großzuziehen. Oft gebe es im Boden noch Wurzelreste. Alleine in Niger seien so mittlerweile etwa 200 Millionen Bäume aus alten Wurzeln gewachsen, berichtet er. Auch in anderen Staaten wird seine Methode eingesetzt.

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