Rechtsextremistischer Hintergrund?

Landgerichte nach einer Serie von Bombendrohungen geräumt

Das Landgericht in Kiel erhielt gestern eine Drohmail von der „nationalsozialistischen Offensive“. FOTO: dpa / Carsten Rehder

Berlin/Kiel. Gerichte in Hamburg und Kiel haben Bombendrohungen erhalten, die als Absender eine angebliche „nationalsozialistische Offensive“ nennen. Die E-Mails waren dabei Teil einer Serie von Drohungen, wegen denen Justizgebäude in mehreren deutschen Städten am Freitag vorübergehend geräumt wurden.

Die Polizei setzte Sprengstoffhunde ein, fand aber nichts Verdächtiges. Nun suchen die Ermittler nach den Hintergründen.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) verurteilte die Drohungen als Angriff auf die Justiz. „Wer Gerichte bedroht, greift die unabhängige Justiz und unser demokratisches Gemeinwesen an“, sagte Barley. „Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“

Betroffen waren Gebäude in Kiel, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken, Wiesbaden und Hamburg. Überall gaben die Behörden nach Überprüfungen Entwarnung. In Hamburg musste das Gerichtsgebäude laut Polizei nicht geräumt werden. Zum Vorfall am Landgericht Kiel sagte ein Polizeisprecher: „Es ist eine Mail eingegangen, die mit ‚nationalsozialistische Offensive’ gezeichnet ist.“ Zuvor hatten die „Kieler Nachrichten“ online darüber berichtet. Derselbe Absender stand unter dem Drohschreiben in Hamburg, wie ein Gerichtssprecher sagte. In beiden Bundesländern ermittelt der Staatsschutz.

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