Scheidender EU-Kommissionschef Juncker zieht Bilanz

„Man liebt sich nicht mehr genug in Europa“

Der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will im Ruhestand auf seine eigene Art weiter Politik machen und die Menschen von seinem „großen Friedenstraum Europa“ begeistern. FOTO: AP / Jean-Francois Badias

Brüssel. Der 64-jährige Luxemburger, der als Präsident der EU-Kommission in wenigen Wochen aus dem Amt scheidet, zieht eine Bilanz.

Als „Mister Europa“ galt Jean-Claude Juncker schon, bevor er vor fünf Jahren an die Spitze der EU-Kommission gewählt wurde. Seine Amtszeit endet am 1. November. Er übergibt eine Gemeinschaft, in der „die Gegensätze schroffer geworden sind“, sagt er selbst.

Sie haben in wechselnden politischen Ämtern die Europäische Union wie kein anderer erlebt und geprägt. Kann man mit dem, was erreicht wurde, zufrieden sein?

JUNCKER Es ist uns gelungen, europäische Geschichte und europäische Geographie wieder zusammenzubringen. Das habe ich Anfang der 1980er Jahre als junger Minister nicht für möglich gehalten. Denn nach dem Krieg gab es ein Dekret, das Europas dauerhafte Trennung festschreiben sollte. Dennoch ist es gelungen, die Geschichte zu ändern, Menschen wieder zu vereinen – und zwar mit friedlichen Mitteln. Es ist eine glückliche Fügung der Zeitgeschichte.

top