Pläne der Stahlindustrie

Warnung vor Abwärtsspirale im Saarland

Völklingen/Saarbücken. Nach Bekanntgabe der Pläne der Stahlindustrie fordern IHK und Landesregierung Investitionen des Bundes in den Standort Saarland. Die IG Metall mahnt zu einem sozialverträglichen Stellenabbau.

Die Ankündigung der Saar-Stahlindustrie, 1500 Arbeitsplätze zu streichen und 1000 Stellen auszulagern, aber auch ein Zukunftsprogramm aufzusetzen, hat im Land zu unterschiedlichen Reaktionen geführt.

„Die saarländische Landesregierung wird alles unternehmen, um den Stahlstandort zukunftsfähig zu machen“, versprach Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Freitag. „Wir wollen auch im globalen und digitalen Zeitalter Industrieland bleiben.“ Hans zeigte sich davon überzeugt, „dass unser Hochleistungsstahl, sauber und sozial produziert, auch künftig weltweit nachgefragt wird“. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) mahnte, „dass saarländischer Stahl, der zu den innovativsten und saubersten Produkten weltweit zählt, nicht von Import-Stahl verdrängt werden darf, der mit deutlich niedrigeren Umwelt-, Klimaschutz- und Sozialstandards erzeugt wird“. Die Ministerin forderte die Bundespolitik zur energischen Sicherung der Schlüsselindustrien Stahl und Automobil auf. Dazu sei ein milliardenschweres Programm für den sozial-ökologischen Umbau der Industrie vonnöten. Das Saarland könne dabei zur Modellregion werden.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes, Heino Klingen, forderte ebenfalls „eine Strategie, wie das Saarland zukunftsfähig gemacht werden kann“. Dieses Konzept müsse so in die Bevölkerung und in die Wirtschaft hineingetragen werden, „dass die Menschen an die Zukunft des Saarlandes glauben können“. Wenn dies nicht gelinge, „besteht die Gefahr, dass wir in eine Abwärtsspirale hineingleiten und sich der Eindruck verfestigt, dass im Saarland alles den Bach hinuntergeht“, sagte Klingen. Dies alles könne nur mit finanzieller Unterstützung des Bundes gelingen. Es müsse in die Modernisierung der Infrastruktur investiert werden, um auch der Industrie zu signalisieren, „dass das Saarland weiterhin ein Standort ist, in den es sich zu investieren lohnt“. Allerdings müssten auch die Standortkosten gesenkt werden. Dazu zählten die Gewerbesteuer, die Entsorgungskosten und diverse Gebühren.

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