Wahl in der Alpenrepublik

Österreich bleibt bei Kurz – und straft die FPÖ ab

Der Star des Tages: Sebastian Kurz, hier nach der Stimmabgabe in Wien, gewann mit seiner konservativem ÖVP die Wahl in Österreich klar. FOTO: AP / Matthias Schrader

Wien. Die Ibiza-Affäre färbte auf den jungen Ex-Kanzler nicht ab: Die ÖVP gewinnt die Wahl, die Rechten sacken ab.

Sebastian Kurz ist international nicht nur das Gesicht seiner ÖVP, sondern der gesamten österreichischen Politik. Nach seinem deutlichen Sieg am Sonntag wird sich das wohl auch nicht ändern. Akribische Vorbereitung auf Termine und eine stets ausgefeilte Kommunikationsstrategie gehören zu den wichtigsten Zutaten für den Erfolg des 33-Jährigen. Die schwarze ÖVP hat er bei seiner Machtübernahme im Mai 2017 auf den Kopf gestellt, sie türkis eingefärbt und auf sich an der Spitze ausgerichtet. Derzeit spricht viel dafür, dass Kurz auch langfristig Erfolg haben wird.

„Ich bin überwältigt und fast schon sprachlos“, sagte ein strahlender Kurz am Abend bei einer ÖVP-Wahlparty. Es seien nach seinem Sturz schwere vier Monate gewesen. „Aber heute hat uns die Bevölkerung zurückgewählt.“ Die ÖVP erreichte am Sonntag laut Hochrechnungen rund 37 Prozent der Stimmen. Das ist ein deutliches Plus von mehr als fünf Prozentpunkten im Vergleich zu 2017.

Die sozialdemokratische SPÖ mit Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner verlor fast fünf Prozentpunkte und kam auf 22 Prozent. So schlecht schnitt sie bei einer Nationalratswahl noch nie ab. Die zuletzt an der Vier-Prozent-Hürde gescheiterten Grünen profitierten von der Klima-Debatte und feiern ein spektakuläres parlamentarisches Comeback. Die Partei mit Spitzenkandidat Werner Kogler erhielt starke 14 Prozent der Stimmen.

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