Doch weder der Koalitionspartner, noch der ebenfalls zuständige Außenminister, auch nicht die CSU und ihr Chef Markus Söder wurden vorab eingebunden. Das ist jetzt das Problem von Annegret Kramp-Karrenbauer. Dabei saßen alle Beteiligten am Sonntagabend im Koalitionsschuss im Kanzleramt zusammen. Die Runde tauschte sich auch intensiv über eine Stunde lang zur Lage in Nordsyrien aus.

Der Außenminister erfuhr demnach kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe per SMS von dem Vorstoß, gestern telefonierte Maas mit Kramp-Karrenbauer und stellte ihr fast nur Fragen. Unter anderem, in welchem Umfang sie denn Soldaten in das syrische Krisengebiet schicken wolle. Die Antwort ist nicht überliefert. „Von SMS-Diplomatie halte ich wenig“, ließ Maas wissen. Mützenich erklärte, er habe durch die Eilmeldung am Montagabend von der Idee erfahren. Was Kramp-Karrenbauer bisher erläuterte habe, so der SPD-Mann, beantworte sowieso nicht die wichtigsten Fragen. Schließlich benötige man für eine Sicherheitszone ein Mandat der UN. Auch sei nicht klar, welche Nato-Verbündeten Kramp-Karrenbauer tatsächlich angesprochen habe. Angeblich bisher Frankreich und Großbritannien.


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