Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will Sicherheitszone in Nordsyrien

Ein Überraschungscoup mit Folgen

Soldaten des türkischen Militärs beim Kampfeinsatz in Nordsyrien. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat dort eine internationale Sicherheitszone vorgeschlagen. FOTO: dpa / -

Berlin. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will eine Sicherheitszone in Nordsyrien – und erntet Kritik.

Ihre Offensive hatte Annegret Kramp-Karrenbauer medial groß angelegt: Am Montagabend gab die Bundesverteidigungsministerin den wichtigsten Fernseh-Nachrichtensendungen Interviews, über die Ticker war da zuvor schon die Eil-Meldung gelaufen: „Kramp-Karrenbauer will internationale Sicherheitszone in Syrien.“ Wenige Stunden später zeigte sich dann: Aus dem Überraschungscoup der Saarländerin könnte ein Rohrkrepierer werden.

Rolf Mützenich, SPD-Fraktionschef, fasste die Lage am Dienstagnachmittag so zusammen – und das mit einem süffisanten Lächeln: Es sei die „konfuse Situation“ entstanden, dass ein Kabinettsmitglied, das gleichzeitig CDU-Chefin sei, eine „sehr persönlich gehaltene Idee“ präsentiert habe. Schöner kann man eine Watschn nicht verpacken. Denn im Laufe des Vormittags war schnell klar geworden: Annegret Kramp-Karrenbauer hatte ihren Vorstoß auf dem bundespolitischen Parkett mit niemandem abgesprochen – außer nach eigenem Bekunden mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Auch wenn noch viele Fragen offen seien, „ein Versuch ist es allemal wert“, soll Merkel bei der Sitzung der Unionsfraktion gesagt haben. Kramp-Karrenbauer selbst sprach demnach vor den Abgeordneten vom Beginn eines politischen Prozesses, an dem am Ende womöglich ein UN-Mandat stehe. Ein solcher Einsatz könne auch nur funktionieren, wenn Russland und die Türkei einbezogen würden.

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