Kaiser-Nachfahren einigen sich mit Stadt St. Goar

Hohenzollern kriegen Burg Rheinfels nicht zurück

Nachfahren des letzten deutschen Kaisers wollten von St. Goar die Burg Rheinfels zurück, haben sich mit der Kleinstadt jetzt aber geeinigt.FOTO: dpa / Thomas Frey

St. Goar/Potsdam. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers greift vergeblich nach einer der malerischsten Ruinen am Rhein. Ein Gericht verneint seine Besitzansprüche. Nun mündet der bizarre Rechtsstreit in eine Verständigung. Die Stadt St. Goar atmet auf.

Im langen Rechtsstreit zwischen dem Chef des Hauses Hohenzollern und der Stadt St. Goar um die Burg Rheinfels gibt es eine außergerichtliche Einigung. Das teilten der Verhandlungsführer von Georg Friedrich Prinz von Preußen, Jürgen Aretz, und der Bürgermeister von St. Goar am Rhein, Falko Hönisch (SPD), nach Auskunft des Hohenzollern-Anwalts Markus Hennig am Dienstagabend mit. Auch der Chef des Luxushotels neben der Burgruine, Gerd Ripp, stimmte nach Angaben vom Mittwoch zu.

Das ebenfalls am Verfahren beteiligte Land Rheinland-Pfalz teilte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch mit, die Verhandlungen seien noch nicht insgesamt abgeschlossen, „aber auf einem guten Weg“.

Gemäß der Einigung zwischen dem Prinzen und St. Goar erkennt das Haus Hohenzollern die Eigentumsrechte der Kleinstadt an der schräg gegenüber dem Loreley-Felsen hoch über dem Rhein thronenden Burg Rheinfels unwiderruflich an. St. Goar werde künftig eng mit der gemeinnützigen Prinzessin Kira von Preußen-Stiftung zusammenarbeiten, die sozial benachteiligte Jugendliche fördere. Zur Unterstützung
werde ein Aufschlag auf den Eintrittspreis der Burgruine erhoben. Laut Ripp geht es um einen zusätzlichen Euro: „Bei 70 000 bis 90 000 Besuchern im Jahr sind das fast 100 000 Euro für die Stiftung.“

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