Morales ins Exil geflohen

Bolivien auf der Suche nach Normalität

In Bolivien kochen die Emotionen hoch: Dieses Paar hat an Feiern zum Rücktritt von Präsident Morales in den Straßen von Laz Paz teilgenommen. FOTO: AP / Natacha Pisarenko

La Paz/Mexiko Stadt. Ex-Präsident Morales ist ins Exil nach Mexiko geflohen. Wie geht es nun weiter in dem von Unruhen gebeutelten Land in Südamerika?

Während Ex-Präsident Evo Morales auf dem Weg ins Exil nach Mexiko war, suchte Bolivien am Dienstag nach der Rückkehr Normalität und Stabilität. In der Nacht kam es erneut zu schweren Ausschreitungen vor allem in La Paz und der angrenzenden Stadt El Alto zwischen Anhängern von Morales und den Sicherheitskräften. Berichten zufolge wurden rund 20 Menschen verletzt.

Unterdessen landete Morales nach einer wahren Odyssee im mexikanischen Asyl. Die Reise gestaltete sich wegen fehlender Überflugs- und Tankstoppgenehmigungen sehr kompliziert und lang. Überraschend hatte Morales am Montagnachmittag eine Offerte Mexikos angenommen und war danach noch am Abend von einer mexikanischen Militärmaschine in Bolivien abgeholt worden. „Schwestern und Brüder, ich breche nach Mexiko auf“, schrieb er kurz vor seiner Ausreise auf Twitter. „Es schmerzt mich, das Land aus politischen Gründen zu verlassen, aber ich werde mich immer kümmern. Bald komme ich mit mehr Kraft und Energie zurück.“ Zuvor hatte Mexiko erklärt, Morales aus humanitären Gründen Asyl zu gewähren. Das Leben des Ex-Präsidenten sei in Bolivien in Gefahr.

Auf Druck des Militärs und infolge eines langen Bürgerprotests war Morales am Sonntag drei Wochen nach der umstrittenen Präsidentenwahl vom 20. Oktober zurückgetreten. Der Sozialist hatte sich nach der Abstimmung zum Sieger in der ersten Runde erklärt, obwohl die Opposition und internationale Beobachter erhebliche Zweifel anmeldeten. Seine Gegner werfen ihm Wahlbetrug vor.

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