Lohne in Niedersachsen gerät ins Rampenlicht

Die Stadt, die IS-Anhängerin und ihr Verbrechen

Die Provinzstadt Lohne in Niedersachsen gerät jetzt ins Rampenlicht, weil eine der ersten angeklagten mutmaßlichen IS-Rückkehrerinnen hier aufgewachsen ist.FOTO: dpa / Mohssen Assanimoghaddam

Lohne. Lohne ist katholisch, tiefschwarz, wirtschaftlich boomend. Dass aus ihrer Mitte eine Islamistin stammt, der grauenhafte Taten zur Last gelegt werden, ist für viele hier kaum vorstellbar.

Vor Jahren muss ihr Weg in den Irak hier in Lohne begonnen haben. Das Haus, in dem Jennifer W. gelebt hat, steht in einer ruhigen Straße am Rande der Stadt. Viel Platz bis zum Nachbarhaus. Ein idyllischer, ruhiger Ort in der niedersächsischen Provinz.

Seit April dieses Jahres muss sich Jennifer W. vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Sie soll als Anhängerin der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak tatenlos zugesehen haben, wie ihr irakischer Ehemann ein fünfjähriges Mädchen, das als Sklavin gehalten worden sein soll, bei praller Hitze verdursten ließ. Der 28-Jährigen werden unter anderem Mord durch Unterlassen und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Jennifer W. ist eine der ersten IS-Rückkehrerinnen, der der Prozess gemacht wird. Aber sie dürfte nicht die letzte sein. Die Türkei beginnt in dieser Woche damit, mutmaßliche IS-Anhänger abzuschieben.

Was diese Menschen getan haben, wo sie nach ihrer Rückkehr leben werden, ob sie in Deutschland vor Gericht gestellt werden – vieles ist im Moment noch unklar. Jennifer W., 2016 schwanger nach Deutschland zurückgekehrt, stand seitdem unter Beobachtung der Behörden. Als sie im Juni 2018 erneut zum IS ausreisen wollte, griffen diese zu.

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