Die US-Demokratin Elizabeth Warren

Die Frau, die Trump stürzen will

Washington. Elizabeth Warren, 70-jährige Senatorin aus Massachusetts, hat sich bei den US-Demokraten in die Favoritenrolle manövriert.

Sie hat es in den letzten Monaten geschafft, sich in den Favoritenkreis für die Nominierung zu manövrieren, die 70-jährige Linke und Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Elizabeth Warren. Mit einer Serie von provokanten Thesen, deren roter Faden daraus besteht, den Reichen in den USA tief in die Brieftaschen fassen zu wollen. Eine Strategie, die offenbar Früchte trägt. Denn in letzten Umfragen hat die progressive Senatorin aus dem Ostküsten-Bundesstaat Massachussetts nun sogar das lange führende Partei-Urgestein Joe Biden, unter Barack Obama acht Jahre lang Vizepräsident, knapp hinter sich gelassen.

Und seit Warren in die Führungsrolle geschlüpft ist, sieht sie sich einem für sie erst einmal positiven Automatismus ausgesetzt: Die Medien beschäftigen sich immer mehr mit der Professorin und helfen, ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern. Siehe die „New York Times“ vom Freitag. Wenn am Ende das Duell Trump gegen Warren heißt – was bedeutet dies dann, fragte die Zeitung. Das politische Magazin „The Hill“ nahm sich ebenfalls die Demokratin vor – mit nicht ganz so schönen Prognosen für die Opposition. Denn wenn heute Präsidentschafts-Wahlen in den USA wäre, würde der von Skandal-Schlagzeilen nahezu erdrückte Amtsinhaber im Bundesstaat Iowa – wo 2020 die parteiinternen Vorwahlen beginnen – Warren und auch Biden schlagen.

Die seit sechs Jahren im Senat sitzende Volksvertreterin hat ihren schnellen Aufstieg vor allem drei Faktoren zu verdanken. Der erste ist die Schwäche von Biden, der auch weiter schlüssig erklären muss, wie es sein Sohn Hunter ohne jede Fachkenntnisse und Kontakte zu einem mit 50 000 Dollar dotierten Job bei der ukrainischen Gasfirma Burisma gebracht hat. Biden war zur Zeit der Anstellung seines Sohnes der Kontaktmann Obamas zu Kiew. Der zweite Faktor ist der Umstand, dass die mit einem Rechtsprofessor in zweiter Ehe verheiratete Juristin Warren als „skandalfrei“ und durch und durch ehrenwerte Person gilt – so ganz anders als Hillary Clinton, die sich 2016 alle Mühe gab, Emails aus ihrer Zeit als Außenministerin dem Kongress vorzuenthalten. Und drittens ist es Warren bisher geschickt gelungen, eindeutige Antworten auf wichtige Punkte ihres Regierungsprogrammes zu vermeiden – und somit auch eine Schockwirkung für die Wähler.

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