Aufrüstung

In Büchel wächst wieder die Angst

Friedensaktivisten demonstrieren regelmäßig in in Büchel, auch zum Ostermarsch im April wieder. FOTO: dpa / Thomas Frey

Büchel. Der Stützpunkt in der Eifel, in dem US-Atomwaffen lagern sollen, könnte im Streit um den INF-Vertrag neue Bedeutung erlangen. Die Friedensbewegung ist besorgt.

(dpa/kes) Die Weltpolitik kommt plötzlich wieder ganz nahe: Die USA haben den INF-Abrüstungsvertrag für atomar bestückbare Mittelstreckenwaffen gekündigt, Russland hat ihn ausgesetzt. Das weckt in der abgelegenen Eifel neue Befürchtungen: Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in der Nähe der Gemeinde Büchel liegen die letzten US-Atombomben in Deutschland. Offiziell bestätigt sind sie nicht, aber rund 20 sollen es sein, mit jeweils der vierfachen Sprengkraft der Bombe von Hiroshima. Im Ernstfall soll die deutsche Luftwaffe sie abwerfen. Die Proteste dagegen könnten dank Trump und Putin in diesem Sommer wieder stärker werden.

„Die Vorstellung macht mir große Sorgen, dass wir Zielgebiet werden könnten“, sagt der Friedensaktivist Rüdiger Lancelle aus dem nahen Cochem. „Bisher waren wir das wegen des INF-Vertrags zumindest offiziell nicht.“ Die Vermutung von Experten, dass die Atombomben in Spezialbunkern auf dem Fliegerhorst Büchel in den kommenden Jahren durch modernere ersetzt werden könnten, werde wahrscheinlicher. „Es ist menschenverachtend, dass Menschen solche Bomben bauen“, kritisiert der 79-jährige evangelische Laienprediger. Seine nächsten Worte gehen unter im Lärm eines startenden „Tornado“-Kampfflugzeugs.

Seit Jahren demonstriert die Friedensbewegung in Büchel immer wieder gegen Atomwaffen und Aufrüstung, und nicht nur aus Rheinland-Pfalz reisen die Aktivisten an. Auch das Friedensnetz Saar unterstützt regelmäßig den Protest gegen die US-Bomben, die etwa 150 Kilometer von Saarbrücken entfernt lagern. Der diplomatische Streit um den INF-Vertrag schürt nun die Sorgen im Friedenslager.

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