Halle im Ausnahmezustand

Entsetzen nach Terror-Angriff in Halle

Todesschüsse an der Synagoge in Halle am Jom Kippur, dem höchsten Feiertag der Juden: Polizisten haben das Viertel weiträumig mit Flatterband abgesperrt und übersteigen mit Schutzhelmen eine Mauer.FOTO: dpa / Sebastian Willnow

Halle/Saale. Schüsse in Halle. Zwei Menschen sterben. Eine Leiche liegt gegenüber einer Synagoge. Ein weiterer Tatort ist ein Döner-Imbiss nur einige Meter weiter.

Sirenengeheul unterbricht die Totenstille. Schwer bewaffnete Polizisten in schwarzen Anzügen und mit Helmen durchkämmen das beschauliche Paulusviertel im Norden von Halle in Sachsen-Anhalt. Etwa 30 Meter von einer Synagoge entfernt liegt die Leiche einer Frau, sie ist mit einer blauen Decke bedeckt. Daneben steht ein schwarzer Rucksack, an dessen Reißverschluss eine kleine Stoffente hängt. Ein Mann wird an oder in einem Döner-Imbiss erschossen. Außerdem habe ein Täter selbstgebastelte Sprengsätze an der Synagoge abgelegt und versucht, hineinzugelangen. Die Polizei hat das Gebiet weiträumig mit Flatterband abgesperrt.

Nach den tödlichen Schüssen befindet sich die Saalestadt im Ausnahmezustand. Am Himmel über der Innenstadt kreist ein Hubschrauber. Streifenwagen fahren mit Blaulicht durch das Villenviertel und fordern die Anwohner auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Auch das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn wendete sich mit einer „Gefahrendurchsage“ an die Bevölkerung. „Gebäude und Wohnungen nicht verlassen. Von Fenster(n) und Türen fernbleiben!“ Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) betont: „Zum Schutz der Bevölkerung ist dies unbedingt erforderlich.“

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