Gratisfahrten für Soldaten

Der Kampf um die freie Fahrt in Uniform

Soldaten in Uniform – hier eine Übung an einem Gleis in Niedersachsen – sollen kostenlos Zugfahren können. Doch die Bahn bremst. FOTO: picture alliance/dpa / dpa Picture-Alliance / Philipp Schulze

Berlin. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer streitet mit der Bahn um kostenlose Beförderung für Soldaten. Auch die Kanzlerin ist dafür.

Kaum zurück aus dem Südtirol-Urlaub, machte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin auch schon gleich für ihre neue Verteidigungsministerin stark. Die Kanzlerin unterstütze und begrüße die Initiative „ausdrücklich“, Soldaten in Uniform das kostenlose Bahnfahren zu ermöglichen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Doch die Angelegenheit scheint aus Sicht der Bahn viel komplizierter zu sein als gedacht.

Seit Anfang des Jahres, sagte ein Sprecher von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), verhandele man mit dem Unternehmen über die Modalitäten. Noch seien die Gespräche aber nicht abgeschlossen, weshalb auch kein Ergebnis vorliege. Seibert ergänzte, die Soldaten würden „tagtäglich einen Dienst für uns alle leisten. Und mit dieser kostenlosen Bahnfahrt gibt es eine Möglichkeit – es sollte nicht die einzige sein –, Anerkennung und Dankbarkeit dafür zu zeigen.“

Kramp-Karrenbauer hatte den Vorschlag in ihrer ersten Regierungserklärung als Ministerin Ende Juli noch einmal erneuert. Denn angestoßen wurde die Initiative von der Schwesterpartei CSU. Bei der Klausurtagung der Landesgruppe Anfang Januar in Seeon wurde ein entsprechender Beschluss gefasst. Man wolle das Bild des Bürgers in Uniform wieder stärker zum Bestandteil des Alltags machen und durch die Präsenz von uniformierten Soldatinnen und Soldaten das allgemeine Sicherheitsempfinden ausbauen, betonten die Christsozialen damals. „Was für Polizisten völlig normal ist, muss auch für unsere Soldatinnen und Soldaten gelten.“ Polizeibeamte aller Bundesländer in Dienstuniform haben bereits freie Fahrt in der 2. Klasse der Fern- und Nahverkehrszüge. Allerdings ohne Anspruch auf einen Sitzplatz.

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