Merkel in Neunkirchen

30 Minuten Lob für das Saarland und Europa

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede in Neunkirchen. FOTO: BeckerBredel

Neunkirchen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt zum Führungswechsel der CDU Saar und erlebt einen freundlichen Empfang.

Es dürfte, bei aller saarländischen Bescheidenheit, einer der angenehmsten Termine des bisherigen Jahres gewesen sein für die Bundeskanzlerin. Einmal nicht angepöbelt werden wie so oft im Osten der Republik inzwischen, sich mal nicht rumärgern müssen mit einem zanksüchtigen Seehofer oder dem jüngsten Umfrage-Desaster. Stattdessen: Ein herzlicher Empfang im Herzen der Neunkircher City, in der rappelvollen Gebläsehalle, wo gut 700 Parteifreunde – angetrieben auch von rasanter Musik – euphorisch klatschen, als Angela Merkel am Freitagabend um 18.44 Uhr zusammen mit Annegret Kramp-Karrenbauer, Peter Altmaier und Tobias Hans den Saal betritt.

Für Merkel ist es eine Art Reise in die gute, alte Zeit: Über 40 Prozent holte die CDU bei der Landtagswahl 2017, davon ist die Partei auf Bundesebene derzeit meilenweit entfernt. Zudem hat Merkel aufgrund der Saarländer in ihrem engsten Umfeld hierzulande einen leichteren Stand. Manfred Maurer, Chef der Senioren-Union, jedenfalls ist mit der Kanzlerin weiterhin weitgehend zufrieden. Vor allem ihr Engagement für das „große Friedensprojekt“ Europa sei „fulminant“, sagt der Mann aus Quierschied: „Ich werde nächstes Jahr 70 und musste keinen Krieg erleben. Viele Jüngere wissen gar nicht mehr, was für ein Geschenk das ist.“

Tatsächlich kommt Merkel in ihrer halbstündigen Rede genau darauf zu sprechen. Dass die Stimmen, die Europa infrage stellen, immer lauter würden, hier und in vielen anderen Ländern. Und dass vor allem wir Deutsche jetzt, wo die letzten Zeitzeugen aussterben, die das „unendliche Leid des Krieges“ noch erlebt haben, besonders wachsam sein müssten. Europa müsse „geschützt, gepflegt und weiterentwickelt“ werden, auch wenn dies „oft mühsam“ sei, sagt Merkel. „Nur wenn es Europa auf Dauer gut geht, geht es Deutschland auf Dauer gut.“

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