Franzose ist noch bis Herbst gesperrt

Platinis Vision nimmt auch ohne ihn Gestalt an

Frankfurt. Der gesperrte frühere Uefa-Präsident hatte die Idee für die historische pan-europäische EM 2020 in insgesamt zwölf Ländern.

Michel Platini hatte einen Traum. „Vom Osten bis zum Westen, vom Norden bis zum Süden“, sagte der Franzose einst fest entschlossen, soll die EM 2020 die Menschen begeistern, in „ganz Europa“ zum Fußballfest werden. Das war vor über sechs Jahren. Zwar nimmt Platinis Vision am Donnerstag mit dem Start der Qualifikation für die historische Endrunde konkrete Formen an.

Für den früheren Uefa-Präsidenten gab es aber längst das böse Erwachen. Der Urheber der Idee einer paneuropäischen Europameisterschaft wurde 2015 vom Fußball ausgesperrt. Der Franzose, als Aktiver ein absoluter Weltstar, war zusammen mit dem damaligen Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter über eine nach wie vor dubiose Millionenzahlung gestolpert. Seitdem ist Platini, der in seinem Heimatland inzwischen wieder gerne Interviews gibt, höchstens Zuschauer. Zuletzt wurde der 63-Jährige in der Vip-Loge von Olympique Lyon fotografiert. Gut gebräunt und erholt sieht er aus. „Seinen“ Traum verwirklichen aber andere. Platinis Nachfolger Aleksander Ceferin, der im September 2016 gewählt worden war, spricht inzwischen fast genauso euphorisch von der EM in zwölf Ländern.

„Ich freue mich sehr, dass der Fußball als Brücke zwischen den Nationen fungiert und dass der Wettbewerb so näher an die Fans, die dem Fußball erst Leben einhauchen, heranrückt“, sagte der Slowene. Die EM-Planungen waren zum Zeitpunkt der Ethikstrafe gegen Blatter und Platini weit fortgeschritten. München stand als Gastgeber dreier Gruppenspiele sowie eines Viertelfinales ebenso fest wie London als Spielort für die beiden Halbfinal-Partien und das Finale. In Ceferins Amtszeit fällt lediglich die Reduzierung von 13 auf zwölf Ausrichterstädte, weil Brüssel Probleme mit dem Bau eines neuen Stadions hatte. Für Belgien springt England ein.

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