Europaspiele in Minsk

Timo Boll spielt um Medaille und Olympia-Qualifikation

Timo Boll hat bei den Europaspielen das Halbfinale erreicht. Foto (Archivf): Bernd Thissen Foto: Bernd Thissen FOTO: Bernd Thissen

Minsk. Timo Boll musste tief durchatmen, als er den Matchball verwandelt hatte. Tischtennis-Bundestrainer Jörg Roßkopf klopfte dem Rekord-Europameister anerkennend auf die Brust.

Der 38-jährige Odenwälder hatte sich gegen den 43 Jahre alten weißrussischen Star Wladimir Samsonow durchgesetzt. „Timo musste sein bestes Tischtennis zeigen“, sagte Roßkopf nach dem hart umkämpften Sieg in 4:1 Sätzen, der Boll ins Halbfinale der Europaspiele in Minsk und damit dicht an die Olympia-Qualifikation brachte. Die ersten drei der Einzelkonkurrenz schaffen frühzeitig den Sprung nach Tokio.

Im Viertelfinale der Damenkonkurrenz setzte sich die Deutsche Han Ying gegen die Niederländerin Li Jie durch, Petrissa Solja schied gegen Yu Fu aus Portugal aus. Am Dienstagabend spielte sie mit Patrick Franziska um Gold im Mixed und damit um das Ticket für Tokio. Am vierten Wettkampftag der Europaspiele gab es eine große Enttäuschung im Team des Deutschen Olympischen Sportbundes, als die Judoka schon in der ersten Runde des Mixed-Team-Wettbewerbs an Österreich scheiterten.

Boll und Samsonow rätselten nach ihrer mitreißenden Begegnung, wie oft sie in ihrer langen Karriere aufeinander getroffen sind. Auf „vielleicht 30 bis 40 Mal seit 1997 oder 98“ einigten sie sich. „Am Anfang hat er mich ganz schön frisch gemacht“, erinnerte sich Boll, der mittlerweile die bessere Bilanz für sich reklamiert. Doch Samsonows Auftritt vor dessen lautstarkem Heimpublikum imponierte dem Deutschen: „So gut habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen - vor allem was die Konzentration anbelangt. In der Form kann er jeden schlagen.“ Mit seiner Reichweite, mit plötzlichen Tempo- und Richtungswechseln glänzte der gebürtige Minsker.

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