Europaspiele

Minsk macht auf Olympia: Lukaschenkos Leistungsschau

Die Europaspiele in Minsk wurde am Freitag eröffnet. Foto: Martin Rickett/PA Wire FOTO: Martin Rickett

Minsk. Olympia ist zurück im Dinamo-Stadion von Minsk. So hat es jedenfalls den Anschein. Dort, wo 1980 einige Spiele des olympischen Fußballturniers stattfanden, brennt seit Freitagabend die Flamme.

Es gab eine fast dreistündige Eröffnungsfeier mit Eid, Flagge und Friedenstauben, die in den Himmel steigen, und in den Wochen zuvor einen Fackellauf über mehr als 7000 Kilometer - mit Start allerdings nicht im Hain zu Olympia, sondern in Rom. Alles fast wie bei den Olympischen Spielen. Inklusive einer Eröffnungsformel, gesprochen von Alexander Lukaschenko, dem Präsidenten Weißrusslands, der die Todesstrafe als letzter Herrscher in Europa noch vollstrecken lässt, Andersdenkende unterdrückt und an der Spitze des Nationalen Olympischen Komitees steht.

Minsk feiert Klein-Olympia. Die 2. Europaspiele präsentieren sich wie die große Schwester. Plakate im gleichen farbenfrohen Stil, wie er zuletzt in Sotschi, Rio de Janeiro und Pyeongchang zu sehen war, prägen das Bild der Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt. Auf den Straßen wurden Spuren eigens für die Fahrzeuge freigemacht, die Athleten, Funktionäre und Journalisten zwischen den Sportstätten hin und her transportieren. Die jungen freiwilligen Helfer in blau-weißer Dienstkleidung sprechen durchweg passables Englisch.

Nach offiziellen Angaben lässt sich das bitterarme Land, das wirtschaftlich am Tropf des großen Nachbarn Russland hängt, diese Leistungsschau 100 Millionen Euro kosten - 35 Millionen waren ursprünglich veranschlagt. Es sind Investitionen ins Image des Landes. Wie schon bei der Eishockey-WM 2014 oder den Europameisterschaften im Eiskunstlauf in diesem Jahr.

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