Unzufriedener Bayern-Profi

„Identifikationsfigur“ Müller grübelt über Bayern-Zukunft

Ist beim FC Bayern mit seiner Reservistenrolle unzufrieden: Thomas Müller. Foto: Sven Hoppe/dpa FOTO: Sven Hoppe

München. Ein FC Bayern ohne Thomas Müller? Es wäre eine Zäsur für den deutschen Fußball-Rekordmeister! „Da würde eine große Identifikationsfigur fehlen“, unterstrich Teamkollege Joshua Kimmich angesprochen auf einen möglichen Abschied des zunehmend unzufriedenen Offensiv-Allrounders aus München.

Nach Jahren als Leistungsträger grübelt der zuletzt von Coach Niko Kovac zum Bankdrücker degradierte Ex-Weltmeister über Konsequenzen. Für ihn ist klar: So soll es nicht weitergehen. „Wenn das Trainerteam mich in Zukunft nur noch in der Rolle des Ersatzspielers sieht, muss ich mir meine Gedanken machen“, hatte Müller dem „Kicker“ gesagt.

Kimmich hat dafür Verständnis. „Ich weiß nicht, ob er gehen möchte“, sagte der Verteidiger, der am Mittwochabend nach dem 2:2 der Nationalmannschaft in Dortmund gegen Argentinien nicht über Müllers Zukunft öffentlich spekulieren wollte. Er könne aber „nachvollziehen, dass er den Anspruch hat, spielen zu wollen“, äußerte Kimmich. Jetzt schon als Reservist in Richtung Rente blicken? „Dafür bin ich einfach zu ehrgeizig“, sagte Müller selbst.

Dass sich die Lage um den Münchner Publikumsliebling so zuspitzt, hat doppelt mit Trainer Kovac zu tun. Zum einen stellte dieser den Stürmer zuletzt in fünf Pflichtspielen nacheinander nicht mehr in die Startelf. Zum anderen sorgte er mit dem Kommentar, dass Müller auf Einsätze hoffen könne, wenn „Not am Mann“ sei, für Aufsehen. Das habe den 30-jährigen Müller - mit 106 Spielen der Bayern-Rekordspieler in der Champions League - schon überrascht. „Aber ich bin bei so etwas nicht so empfindlich“, sagte er. „Es gab mit dem Trainer bereits ein Vieraugengespräch. Damit ist die Geschichte für mich ausgeräumt.“

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