Doping

Designierter WADA-Chef will Geheimdienste stärker einbinden

Wird neuer WADA-Chef: Witold Banka. Foto: Czarek Sokolowski/AP FOTO: Czarek Sokolowski

Berlin. Im weltweiten Kampf gegen Doping sollen in Zukunft verstärkt Geheimdienste dabei helfen, Betrüger im Sport zu entlarven. „Unglücklicherweise sind Doper sehr innovativ“, sagte der designierte WADA-Präsident Witold Banka der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Wir sollten dafür sorgen, dass die Doping-Bekämpfer genauso innovativ sind und über Mittel für die Umsetzung dieses Ziels verfügen. Ohne Geld, ohne Ermittlungen und ohne Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten geht das nicht. Ohne all das kriegen wir die Betrüger nicht“, sagte Banka.

Zuletzt war die „Operation Viribus“, eine konzertierte Aktion von Polizeibehörden aus 33 Ländern, als großer Fahndungserfolg gegen die organisierte Doping-Kriminalität bewertet worden. Die Ermittlungen zielten allerdings eher auf den Freizeitsport, die WADA war an der Vorbereitung der Anti-Doping-Razzia in Europa, den USA und Kolumbien beteiligt. „Dies ist meine Vision“, sagte Banka. „Ohne Ermittlungen, ohne Geheimdienste können wir die Situation nicht verbessern. Doping-Bekämpfung heutzutage bedeutet nicht allein Kontrollen und Proben. Wir brauchen verdeckte Ermittlungen und Experten dafür.“

Der derzeit noch als polnischer Sportminister aktive Banka soll auf der Konferenz der Welt-Anti-Doping-Agentur Anfang November den WADA-Vorsitz von Craig Reedie übernehmen. „Ich habe vor, nicht mehr Regierungsmitglied zu sein. Man muss unabhängig sein“, sagte er. „Selbst wenn die Regeln das nicht vorschreiben würden, hätte ich so entschieden. Minister zu bleiben wäre der klassische Fall eines Interessenkonflikts.“

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