IOC-Session

Boxer bei Tokio-Spielen - Weltverband AIBA suspendiert

Auch 2020 in Tokio wird bei Olympia geboxt. Foto: Mario Ruiz/epa FOTO: Mario Ruiz

Lausanne. Das Internationale Olympische Komitee hat mit nicht gekannter Härte gegen einen seiner Verbände zugeschlagen. Die Boxer dürfen bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio in den Ring zwar steigen, doch der Weltverband AIBA wurde ausgeknockt.

Im Interesse der Athleten hat das Internationale Olympische Komitee das Kommando über die Tokio-Qualifikation übernommen und die AIBA wegen dunkler Machenschaften, Missmanagement und Wettkampfmanipulation suspendiert. Dieser einmalige Doppelbeschluss wurde auf der IOC-Session am 26. Juni in Lausanne einstimmig verabschiedet.

Nach der Suspendierung bleibt die Zukunft der AIBA zweifelhaft. „Ich hoffe, sie finden einen Ausweg aus der Krise“, sagte Nenad Lalovic, Chef der IOC-Untersuchungskommission und Ringer-Weltpräsident. Die AIBA müsse bereit sein, sich nach Tokio 2020 um ihren Sport zu kümmern, Reformen und schnelle Veränderungen seien gefordert. Lalovic: „Haben sie keinen Erfolg, wird ihre Zukunft nicht rosig ausfallen.“

Richard Pound, einst als Ermittler im Doping-Skandal in der russischen Leichtathletik mit Lug und Trug vertraut, unterstützte die IOC-Entscheidung: Es sei „nicht erforderlich, dass Olympioniken Geiseln einer korrupten Umgebung sind“, sagte der Kanadier.

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