Europaspiele in Weißrussland

Boll holt Gold in Minsk - Olympia-Quali perfekt

Kann sich über seine Olympia-Qualifikation freuen: Timo Boll. Foto: Wang Dongzhen/XinHua FOTO: Wang Dongzhen

Minsk. Timo Boll schaute ernst ins Publikum, bevor er bei den Europaspielen in Minsk am Mittwoch aufs Treppchen stieg. „Der Sieg fühlt sich ein bisschen komisch an, eher falsch“, sagte er.

Wegen einer beim Warmmachen erlittenen Oberschenkelverhärtung, die bei ihm „Alarmstufe Rot“ auslöste, hatte er seinen Stil im Finale umgestellt und Gegner Jonathan Groth mit unorthodoxem Spiel geärgert. So etwas macht Boll, der faire Sportsmann, nicht gern. Die Goldmedaille nach dem 4:2-Erfolg im Finale gegen den Dänen nahm Boll als hübsche Dreingabe mit. Viel wichtiger war die Olympia-Qualifikation, die er am Morgen mit dem 4:1-Halbfinalerfolg gegen den Kroaten Tomislav Pucur perfekt gemacht hatte.

„Höchstwahrscheinlich“ wird Tokio 2020 das letzte Topereignis in der zwei Jahrzehnte währenden Karriere des jetzt 38-Jährigen, wie er sagte. „Aber ich weiß es noch nicht genau.“ Der Gedanke an das Ende der Laufbahn „macht mir Angst“, gestand er im „Zeit-Magazin“. „Ich habe keine Vorstellung davon, wie ein Leben ohne Tischtennis aussehen kann.“

Nicht nur die Abteilung Tischtennis, aus der auch die im Finale der Portugiesin Yu Fu unterlegene Han Ying das Tokio-Ticket buchte, kommt in Minsk in Fahrt. „Sportlich wird's jetzt ein bisschen erfolgreicher“, stellte Delegationsleiterin Uschi Schmitz fest. Am Morgen verbesserten der Zweier-Kajak Max Hoff/Jacob Schopf mit Gold und der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel mit Bronze im Einer-Canadier die Bilanz des deutschen Teams. Am Nachmittag gewann Sportschütze Oliver Geis den Wettbewerb mit der Schnellfeuerpistole. Freistil-Ringer Ahmed Dudarov (bis 86 kg) erkämpfte Rang drei.

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