Fußball-Experten schlagen Alarm

„Alarmstufe Rot“ in Sachen Talentemangel

Noch gibt es in der Bundesliga hochveranlagte deutsche Talente wie bei Bayer Leverkusen mit Kai Havertz (links) und Julian Brandt. Experten wie Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler warnen aber schon eindringlich: „Eine wirklich gute Generation haben wir noch. Dann wird es eng.“ FOTO: dpa / Peter Steffen

Wolfsburg. Bundestrainer Löw hat den Umbruch mit starken Talenten eingeleitet. Doch Ausnahmespieler wie Leroy Sané wird es in den nächsten Jahren wohl nicht mehr geben. Der DFB ist alarmiert. Und auch Experten warnen.

Er wolle „kein Untergangsszenario“ entwerfen, sagte Oliver Bierhoff, als er über die Zukunft im deutschen Fußball zu referieren begann. Doch was Bierhoff als Direktor Nationalmannschaften und Akademie im Deutschen Fußball-Bund (DFB) dann erläuterte, klang durchaus alarmierend.

„Wenn man ein bisschen tiefer schaut, muss man sich Sorgen machen, was in vier, fünf Jahren nachkommt“, sagte Bierhoff zum Start des Länderspieljahres am Mittwochabend gegen Serbien: „Wir sehen im U15- oder U16-Bereich, dass es dort immer weniger potenzielle Ausnahmespieler gibt.“

Die teilweise erschreckenden Auftritte der DFB-Juniorenteams in internationalen Duellen mit Topnationen wie den meilenweit enteilten Engländern sind für Bierhoff daher keine Überraschung. „Ich habe schon vor vielen Jahren darauf hingewiesen, dass dieser Moment kommen wird“, sagte der Europameister von 1996: „Andere Nationen sind agiler, flexibler und neugieriger.“

top