Auslosung zur Fußball-EM 2020

Zwei Megaduelle als Euphorie-Chance

Ein bisschen gequält lacht Bundestrainer Joachim Löw (Mitte) schon – angesichts der EM-Vorrundengegner Portugal mit Trainer Fernando Santos (links) und Frankreich mit Trainer Didier Deschamps durchaus verständlich. FOTO: dpa / Christian Charisius

Bukarest. Deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der EM 2020 gegen Europameister Portugal und Weltmeister Frankreich.

Nach einer kurzen Nacht in Bukarest hatte Joachim Löw seinem Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm verziehen. Der erste EM-Schreck war beim winterlichen Flockenwirbel in der Hauptstadt Rumäniens rasch überwunden. Die von Lahm als Losfee besiegelte Hammergruppe mit den Mega-Duellen gegen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal erkor der Bundestrainer sogar zur großen Chance auf einen außergewöhnlichen Turniersommer in München. Gedanken an ein neues frühes Scheitern nach dem WM-Desaster 2018 in Russland ließ Löw nicht zu.

„Wir konnten die Auslosung so vielleicht nicht erwarten. Ich finde, die Spannung erhöht sich und die Vorfreude steigt und die Begeisterung schwappt ein bisschen über“, sagte Löw. Wie schwer die Aufgaben bei den Heimpartien in der Münchner Arena am 16. und 20. Juni gegen Weltstars wie Kylian Mbappé und Cristiano Ronaldo aber sein werden, verdeutlichte Oliver Bierhoff. Der Direktor machte in der DFB-Reisegruppe um Löw und den neuen Verbandsboss Fritz Keller den skeptischsten Eindruck. Aufschub oder eine behutsame Entwicklung gibt es jetzt jedenfalls für das junge Umbruch-Team um Serge Gnabry und Joshua Kimmich nicht mehr.

„Da wartet im Sommer eine ganz große Aufgabe. Wir dürfen in der Vorbereitung kein Prozent liegen lassen“, sagte Bierhoff. Auch Löw weiß, dass sein siebtes großes Turnier als Cheftrainer ihn in bislang nicht gekannter Form fordern wird. Noch in Bukarest setzte er sich nach der Auslosung mit Keller und Bierhoff zusammen und analysierte vor der Heimreise in den Schwarzwald in einer ersten EM-Nachtsitzung die neue Lage. Löw weiß, dass Wettkampfhärte zum Faktor wird. Testspiele gegen Spanien im März und die Schweiz im Trainingslager Ende Mai sind fest vereinbart. Ein weiterer Hochkaräter wird für die zweite März-Partie gesucht. „Umso stärker die Gegner sind, umso besser für uns“, sagte Löw.

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