Deutsche U21 Vize-Europameister

Untröstlich, aber stolz wie Spanier

Udine. Deutsche U21-Fußballer verlieren das Finale der Europameisterschaft in Italien gegen Spanien mit 1:2.

Am Ende der langen Reise kämpfte auch Stefan Kuntz gegen die Tränen. Bis tief in die Nacht saß der DFB-Trainer nach dem verlorenen Finale der U21-Europameisterschaft mit seiner Mannschaft zusammen, spendete Trost, umarmte seine Jungs, doch weinen wollte er auf keinen Fall. „Ich kann ja nicht niedergeschlagen in der Ecke sitzen, wenn ich sage, dass ich stolz bin“, sagte Kuntz, der vor allem eines wollte: „Reden und ein Glas Rotwein trinken.“

Grund zum Anstoßen hatte Kuntz allemal, auch wenn er den EM-Pokal anders als 2017 den Spaniern überlassen musste. „Ich bin unwahrscheinlich stolz, dass wir die EM so für Deutschland hingekriegt haben. An dieser Erfahrung werden alle wachsen, auch ich“, sagte der 56-Jährige. Fast zwei Jahre lang hatte Kuntz ein starkes Team geformt, das nun ohne die erhoffte Krönung auseinandergeht. Kein Wunder, dass sich viele Spieler ihrer Tränen nicht schämten.

Benjamin Henrichs etwa weinte nach dem 1:2 (0:1) gegen die Spanier schon auf dem Rasen, aber auch noch lange danach. „Wir werden nie wieder für die U-Mannschaften spielen. Es wäre überragend gewesen, sich mit einem Sieg zu verabschieden“, sagte der Confed-Cup-Sieger von 2017, der im Finale eine starke Leistung zeigte. „Ich bin als 14-jähriger Junge zu den U-Teams gekommen, jetzt bin ich 22. Das ist emotional und auch traurig“, sagte Henrichs.

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