DFB-Zentrum in Frankfurt

Akademiechef Haupt hat große Fußball-Ziele

Der Spatenstich für den 150-Millionen-Neubau soll im Mai erfolgen. Foto: kadawittfeldarchitektur/DFB FOTO: kadawittfeldarchitektur

Frankfurt/Main. Als Aktiver war Tobias Haupt kein Vorreiter des fortschrittlichen Fußballs. „Ich war ein Alte-Schule-Torwart, da hat man das Tor noch verteidigt. Der moderne Torhüter hat sich erst nach mir entwickelt“, sagt der Fußballverrückte mit einem breiten Grinsen.

Doch so wenig der 35-Jährige das Spiel auf dem Rasen revolutioniert hat, so sehr soll er als Akademie-Leiter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) künftig Aus- und Weiterbildung vorantreiben. Und zu einer Art Kompass und Lexikon in dem Fußballland werden, das neue Entwicklungen in den vergangenen Jahren und Monaten gerne mal zu verschlafen drohte.

Knapp zehn Monate nach dem blamablen Vorrunden-Aus der Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland steht in dieser Woche auch kein deutscher Club im Viertelfinale der Champions League. Frankreichs Nationalteam überragt, dazu prägen die englischen und spanischen Top-Vereine die europäischen Wettbewerbe. Doch mit dem 150 Millionen Euro teuren Neubau der Akademie in Frankfurt am Main und einer inhaltlichen Neuausrichtung soll alles besser werden. „Es ist eine gewisse Aufbruchstimmung zu erkennen. Die Trainer und viele weitere Experten aus der Praxis haben Lust, da mitzuwirken“, sagt Haupt. Der Spatenstich für den Bau erfolgt am 3. Mai.

Der 35-Jährige aus Niederbayern hat sich akribisch in die Abläufe des Millionengeschäfts eingearbeitet. Haupt hat Sport-Management studiert, arbeitete bei Hannover 96, schrieb seine Doktorarbeit dort im Verein und baute danach das Internationale Fußball-Institut in Ismaning über Jahre mit auf. Nun will er mit ganz viel Input von Trainern, Spielern und Vereinen beim DFB neue Strukturen schaffen - und den Verband moderner werden lassen.

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