5000 Fans dürfen in Berlin zum Training

Der DFB lässt die Fans wieder rein

Berlin. Heute erstes öffentliches Training der Nationalmannschaft seit 2014. Havertz und Rüdiger müssen absagen, Emre Can rückt nach.

Die angeschlagene Fußball-Nationalmannschaft taucht wieder auf und will in einer ersten Aktion mit einem öffentlichen Training um neue Sympathien werben. Die Situation für Joachim Löw und seine bei der WM in Russland brutal abgestürzten Spieler um Kapitän Manuel Neuer ist kompliziert: Sportlich droht in der neuen Nations League ein für das seit 2006 erfolgsverwöhnte DFB-Team völlig unbekannter Abstiegskampf. Und neben dem Platz geht es um die Korrektur in Sachen Entfremdung und Fannähe. „Irgendwie sind wir da den Bedürfnissen unserer Anhänger nicht nähergekommen“, erklärte Manager Oliver Bierhoff als Teil der WM-Analyse: „Es ging auch um das Auftreten der Nationalmannschaft.“

Zwar hat die heftig kritisierte Nationalelf beim Neubeginn vor einem Monat gegen Weltmeister-Nachfolger Frankreich (0:0) und gegen Peru (2:1) erste zarte, positive Signale in den Bereichen Mentalität und Taktik ausgesandt. Doch die Aussage von Bundestrainer Löw nach dem historischen WM-Aus, das auch den großen Graben zwischen Team und Fans offenlegte, gelte weiter und vor den anstehenden Nations-League-Hammerspielen am Samstag in den Niederlanden und drei Tage später in Frankreich (beide 20.45 Uhr) sogar noch mehr: „Wir stehen jetzt alle unter besonderer Beobachtung und unter einem besonderen Druck.“

Nach Marco Reus haben auch der Leverkusener Kai Havertz und Antonio Rüdiger vom FC Chelsea dem Bundestrainer abgesagt. Havertz wird wie der Dortmunder Reus von einer Knieblessur geplagt. Abwehrspieler Rüdiger fällt wegen Leistenproblemen aus. Mittelfeldspieler Emre Can von Juventus Turin wurde am gestrigen Montag nachnominiert. Kurz nachdem der auf 21 Spieler reduzierte Kader am Dienstag in Berlin zusammenkommt, öffnet Löw für 5000 meist jugendliche Zuschauer im Hertha-Amateurstadion das Training.

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