Ein Auslaufmodell?

Vettel verzweifelt am neuen Ferrari-Liebling

Ist derzeit nicht nach Lächeln: Sebastian Vettel. Foto: Nicolas Lambert/BELGA FOTO: Nicolas Lambert

Monza. Sebastian Vettel zupfte immer wieder an seiner Unterlippe. Er zog den roten Kragen seiner Regenjacke im wohltemperierten Motorhome von Ferrari nach oben, als wolle er sich dahinter verstecken. Ein Lächeln suchten Beobachter vergeblich.

„Ich liebe noch immer, was ich mache, aber wenn du es nicht gut machst, kannst du auch nicht glücklich sein“, räumte Vettel ein. Dem viermaligen Formel-1-Weltmeister droht das schlechteste WM-Abschneiden, seit er für Ferrari fährt.

Das fünfte Jahr bei der Scuderia sollte wie einst bei Vorbild Michael Schumacher zum Durchstarter mit dem ersten Titel für Ferrari werden. Weiter könnte Vettel davon nach dem Desaster von Monza kaum entfernt sein. Auf Rang fünf im Klassement rutschte der 32-Jährige nach Rang 13 beim hochemotionalen Großen Preis von Italien ab - überrundet vom eigenen Teamkollegen Charles Leclerc. „Leclerc schickt Vettel mit einem prächtigen Sieg in Monza in Rente“, urteilte die spanische Sportzeitung „Marca“ bereits.

Vettel also nur noch ein Auslaufmodell? Er macht wohl die schwerste Zeit seiner Formel-1-Karriere durch, die 2007 startete. „Der Schwan wurde zum hässlichen Entlein. Die Parabel von Sebastian Vettel ist ein Fall von Sportpsychologie“, kommentierte die italienische „La Stampa“ kühl, nachdem sich Vettel einmal mehr selbst um eine gute Platzierung gebracht hatte. „Er hat ein paar Fehler gemacht, aber das ist Monza“, sagte Ferraris Teamchef Mattia Binotto.

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