Großer Preis von Italien

Ferrari sieht rot: Triumph für Leclerc, Fiasko für Vettel

Charles Leclerc vom Team Scuderia Ferrari hält auf dem Podium den Siegerpokal in der Hand. Foto: Antonio Calanni/AP FOTO: Antonio Calanni

Monza. Sebastian Vettel versuchte voller Frust und Enttäuschung, sein Fiasko beim Ferrari-Heimspiel zu erklären, während die Tifosi im roten Tollhaus von Monza den neuen König der Scuderia am liebsten auf Händen über die gesamte Strecke getragen hätten.

„Es geht über alles hinaus, was ich mir als Kind erträumt habe. Diese vielen Menschen, die singen und jubeln“, schwärmte Charles Leclerc nach seiner Triumphfahrt zum ersten Formel-1-Sieg von Ferrari beim Großen Preis von Italien seit neun Jahren vor Valtteri Bottas und Lewis Hamilton von Mercedes.

In der Box der Roten küssten und herzten sich alle. Die Fans stürmten nach dem zweiten Leclerc-Sieg nacheinander zum Podium und verwandelten die Start- und Zielgerade auf dem Autodromo Nazionale in ein rotes Menschenmeer. Von Vettel war nichts zu sehen. Der viermalige Weltmeister lieferte ein Rennen zum Vergessen ab und wurde nach einem Dreher und einer Zeitstrafe 13. „Ich bin nicht zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Vettel kurz angebunden. „Was die andere Seite des Teams angeht, ist dann eigentlich egal.“

Vettel muss trotz aller Beteuerungen gehörig um seinen Status im Team bangen. Zu viele Fehler, keine Siege. „Nein, das wird nichts ändern“, versicherte zwar Ferrari-Teamchef Mattia Binotto mit Blick auf eine möglicherweise veränderte Hackordnung nach der nächsten persönlichen Monza-Pleite von Vettel. Der Rennstallboss hielt die denkwürdige Momente nach dem Sieg von Vettels Teamkollege selbst mit dem Handy vom Zaun aus fest.

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