1. JC Zweibrücken

Zuerst zur WM — und dann zu Olympia?

Kämpfernatur: Jasmin Külbs (li.) – hier im Kampf gegen die Französin Eva Bisseni – hat in ihrer Karriere einige Rückschläge einstecken müssen – und es trotzdem immer wieder zurück in die Weltspitze geschafft. FOTO: picture alliance / Jonas Güttler / Jonas Güttler

Zweibrücken. Judoka Jasmin Külbs vom 1. JC Zweibrücken geht bei der Weltmeisterschaft in Tokio an den Start. Die WM soll aber nur der Vorgeschmack auf Olympia 2020 sein.

Wenn Jasmin Külbs von ihren Erfahrungen in der japanischen Hauptstadt Tokio erzählt, gerät die 27-jährige Judoka vom 1. JC Zweibrücken ins Schwärmen. „Ich kämpfe super gerne in Japan. Judo hat dort einen anderen Stellenwert als bei uns. Viele Menschen betreiben den Sport. Und wer es nicht tut, hat trotzdem richtig Ahnung davon. Die Hallen bei den Turnieren sind voll, es herrscht eine tolle Atmosphäre.“

Diese Atmosphäre wird Külbs bald wieder am eigenen Leib erfahren dürfen. Denn der Deutsche Judo-Bund hat sie und 17 weitere Athleten am Montag für die Weltmeisterschaften vom 25. August bis 1. September in Japan nominiert. „Klar freue ich mich, dass ich mitfahren darf“, sagt Külbs, die gestern aus einem ersten Trainingslager in Ungarn nach Deutschland zurückgekehrt ist. Doch die nächste Vorbereitungsphase steht bereits vor der Tür. Am Dienstag geht es für die Zweibrücker Judoka und ihre Nationalmannschaftskollegen ins olympische Trainingszentrum nach Kienbaum (Brandenburg), wo sie sich den letzten Schliff für die Titelkämpfe holen will. Feinjustierungen bei der Griffaufnahme sowie Videostudium der möglichen Gegner stünden dort auf dem Programm, berichtet Külbs: „Wir bekommen gewissermaßen einen Baukasten an die Hand, so dass wir auf jeden Gegnertyp die optimale Antwort haben.“ Denn gegen wen die 27-Jährige in Japan antreten muss, steht noch nicht fest. Darüber entscheidet erst einen Tag vor dem Wettkampf das Los. „Klar gibt es Gegner, die einem liegen und solche, denen man in der ersten Runde lieber aus dem Weg geht. Aber das liegt ja nicht in meiner Hand. Wer gewinnen will, muss sowieso alle schlagen“, sagt Külbs, die in Tokio in der Schwergewichtsklasse (ab 78 Kilo) „vorne mitkämpfen“ will: „Platz eins bis sieben ist mein Ziel.“

Bei der Europameisterschaft letzten Juni in Minsk gelang ihr das nicht. Gegen die Weltranglistenfünfte Iryna Kindzerska war im Achtelfinale Schluss. Auch wenn das Aus gegen eine der besten Judoka der Welt erfolgte, ärgert sich Külbs noch heute: „Wenn ich mir einreden könnte, dass die Niederlage in Ordnung geht, weil die Gegnerin stark war, wäre ich keine gute Leistungssportlerin. Mein Ziel war eine Medaille, die habe ich verpasst“, sagt die 27-Jährige, die sich vor der WM wieder angriffslustig zeigt: „In Minsk hatte Kindzerska die Nase vorn, das kann in Tokio wieder anders herum ausgehen.“

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