Ehemalige Kugelstoßerin

Nadine Kleinert zeichnet düsteres Bild der Leichtathletik

Nadine Kleinert zeigt ihre Medaillen aus Athen (l-r, Silber, 2004), Helsinki (Gold, 2012) und Berlin (Silber, 2009). Foto: Jan Woitas FOTO: Jan Woitas

Berlin. Mangelnde Attraktivität für Teenager, kaum noch TV-Präsenz, frustrierte Trainer und die oft fehlende finanzielle Absicherung der Athleten: Die frühere Weltklasse-Kugelstoßerin Nadine Kleinert gibt der olympischen Kernsportart keine große Zukunft.

„Wenn es so weitergeht, dann ist die Leichtathletik in zehn Jahren tot - und den DLV gibt's nicht mehr“, sagte die Olympia-Zweite von 2004 in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die ehemalige Magdeburgerin hat ihre erfolgreiche Karriere nach 25 Jahren Leistungssport Mitte September 2013 beendet. Sie lebt seit drei Jahren im Kyffhäuserkreis in Thüringen und arbeitet dort als Paketzustellerin. „Ich bin ja an schwere Gewichte gewöhnt“, sagt Kleinert lachend, „und ein Paket wiegt bis zu 31,5 Kilo.“ Rekord waren vor Weihnachten „knapp über 200 Pakete in acht Stunden“.

„Es ist nicht mehr meine Leichtathletik!“, betonte die Europameisterin von 2012. „Die Zuschauer gehen doch lieber zu einem Fußballspiel der F-Jugend als zur Leichtathletik“, sagte die 43-Jährige. Und: „Es wird immer schwerer, Nachwuchs zu finden.“

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